26
und als er ihn ſah, da fiel ihm die Pfeife aus ſeinem Munde, und es ward ihm zum Sterben wehe. Und
obgleich der Junker ihm gar freundlich die Hand gab
und ihn ſeinen„lieben, alten Klein“ nannte, und der alte Klein unter Händeküſſen und Bücklingen viel von der Freude des Wiederſehens ſprach; ſo war es ihm dennoch zum Sterben wehe.
Der Junker machte ſich's in Langenfeld bequem; es ſchien ihm da zu gefallen; er ging wenig aus zum Beſuch in die Nachbarſchaft, deſto mehr aber ging er durch Wald und Feld, durch Stall und Scheuer, durch Kammer und Stube, und hatte noch eine viel unleid⸗ lichere Neugierde, wie der taube Advokat. Der kam auch bald darauf nach Langenfeld und blieb nah an drei Tagen da, und wenn die Beiden mit einander verkehrten und Acten laſen, die auf Tiſchen und Stüh⸗ len lagen; dann ſtand der Werner, ſo hieß des Jun⸗ kers Diener, an der Thüre, und wehe dem, der nur Miene machte, etwas von dem lautgeführten Geſpräch erſchnappen zu wollen. Daß der Förſter ſeinen Herrn nicht liebte, war gewiß; er hätte ihn viel lieber wieder unter das Kriegsvolk gewünſcht, daß er aber den Wer⸗ ner haßte, das war noch gewiſſer.„Der Werner iſt mein Broddieb,“ ſprach er oft,„ich will nicht Klein heißen, wenn mich der nicht vom Dienſt bringt!“ Daran dachte nun freilich der Werner nicht im Ge⸗ ringſten; er war bis dahin nichts, als ſeines Herrn treuer Diener. Er war der Sohn eines Förſters und aus gutem Hauſe, und hätte er ein„von“ vor ſeinem Namen gehabt; ſo hätte er nicht allein ein Ordenskreuz auf ſeiner Bruſt, ſondern auch einen Officiersdegen an ſeiner Seite getragen. Was den alten Klein gegen den


