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„Förſter, laßt Euch keine grauen Haare barüber wach⸗ ſen; es geht Alles aus Einem Beutel und da iſt viel drinnen, und wenn's Euch dennoch verdrießt, ſo tragen wir Euch was in die Küche und damit Lied am Ende!“ Dem Förſter etwas in die Küche tragen, hieß aber ſo⸗ viel: Wenn Einer in Langenfeld baute, oder ſein Win⸗ terholz ſammelte, ſo ſagte er nicht:„Ich brauche Holz,“ ſondern er ſagte:„Ich will dem Förſter etwas in die Küche tragen.“ Wer dann dem Förſter etwas in die Küche getragen, etwa einen guten Schin⸗ ken, einen Sack mit Erbſen, oder einige Meſten feines Vorſchußmehl; ſo war es, als wenn man den rechten Schlüſſel zu einer Thüre gefunden; der Wald ward aufgethan, die ſchönſten Bäume wurden heimgebracht, das Aſtholz ward liegen gelaſſen, und hintennach mußte etwas bezahlt werden, aber das war wenig.— Nun kann man ſich denken, daß es dabei dem dicken Förſter nicht übel ging, daß er eben ſo froh war, wie die an⸗ dern Langenfelder, und ihm ſein Glas auch nicht ſchlech⸗ ter ſchmeckte, denn ihnen. Aber heute Abend wollte der Mann, trotz Freudenfeuer und Märzbier, nicht froh werden, und als Etliche in ihn drangen, ihnen ſein Gebreſte zu offenbaren, da hub er an und ſprach: „Nachbarn, nehmt mir's nicht übel, und haltet mich für keinen Freund des Bonaparte, wenn ich ſage: Ich wollte, der Bonaparte blieb noch einige Jährchen und drüber bei uns; ihr verlöret nichts damit und ich auch nicht. Nun heißt's: Friede! Friede! durch alle Welt; Nachbarn, es friert mich, wenn ich das Wörtlein rufen höre; es friert mich an den Freudenfeuern. Nennt mich, wie ihr wollt, aber ich traue dem Frieden nicht; für uns kommt kein Friede, dem Langenfeld ſind die


