Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
Einzelbild herunterladen

21

Zugehen auch nicht ſonderlich, und man weiß, daß die guten Knechte, wie Elieſer, und die getreuen Mägde, wie der Judith Magd, gar ſelten ſind. Aber daß ſie täglich Schaden litten durch ihr Geſinde, das merkten die Langenfelder nicht; denn ſie hatten gar guten, fro⸗ hen Muth. Am liebſten gingen ſie, den Rohrſtock mit dem ſilbernen Knopf in der einen, und die Meerſchaum⸗ pfeife in der andern Hand, hinter ihren Wagen drein, wenn die Frucht in die Bäckereien der Stadt fuhren, und wenn dann die Bäcker mit tiefen Bücklingen hinter ihrem Laden hervorkamen, und auftragen ließen, was das Haus vermochte, oder ein Wirth vor die Thüre gelaufen kam, und ſie weit öffnete und mit gar freund⸗ lichem Angeſicht ſprach:Euer gehorſamer Diener, Herr Langenfelder: als herein, was befehlen der Herr Langenfelder? Da ſchwuren die Langenfelder bei ſich ſelbſt:Es kann im Paradies nicht ſchöner geweſen ſeyn.

So dachten die Frauen der Herren Langenfelder auch; ſie aßen und tranken auch, was ihnen ſchmeckte, na⸗ mentlich ward der Kaffee, der ſonſt bei beſonderen Ge⸗ legenheiten nur gereicht ward, etwa bei Kindtaufen und Hochzeiten, ein tägliches Getränke, und die Männer wurden ſcheel angeſehen, wenn ſie bei'm Weinglas in der Stadt den Kaffee bei'em Krämer hatten liegen laſſen. Aber bei'm Kaffee blieb's nicht; es wanderte auch aller⸗ lei neumodiſcher Schmuck zu Langenfeld hinein, und mancher alte Thaler dafür heraus. Was die Käthe hatte, das wollte die Bärbel auch haben, und die Lore meinte, ſie könne es noch beſſer, als die Andern, denn warum? ihr Mann ſey reicher noch und darum auch vornehmer. That's nun Eine der Andern dennoch mit