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die Langenfelder ſonderlich gedrückt; nein, die Gemeinde kam gar gut weg. Was die Langenfelder verdarb, das war nicht das Unglück des Krieges, ſondern faſt möchte ich ſagen, das Kriegsglück. Als der Krieg begann, da legte man den alten Herrn von Langenfeld zu ſeinen Vätern. Hatte der hochſelige Herr, wie er noch im Ort genannt wird, ſchon den Bauern viel Gutes ge⸗ than, oft zu viel Gutes, ſo that ihnen der Junge, der Junker Franz, mit ſeiner Gutthat Leides. Der ging unter die Kaiſerlichen und blieb viele Jahre weg, und der Advokat Habemann in der Stadt, der ſein Sachwalter war, wußte nichts beſſeres mit dem Herrn⸗ gut anzufangen, als daß er es unter die Bauern ver⸗ theilte. In das Schloß zog der Förſter Nikolaus Klein, auch der dicke Förſter genannt, der beim hochſeligen Herrn Jäger geweſen war.
Nun fingen die fetten Jahre in Langenfeld an. Das Herrngut trug reichlich; denn mit dem alten, ge⸗ wohnten Fleiß gingen die Bauern dran, die Früchte galten den doppelten Preis, und das Geld kam in Strömen zu Langenfeld hinein. Als das ſo ein Jahr ging, und noch eins, und wieder eins, da ging's vie⸗ len Langenfeldern wie dem reichen Mann im Evange⸗ lio, deß Feld wohl getragen hatte. Sie gedachten bei ſich ſelbſt und ſprachen:„Was ſollen wir thun? Wir haben nicht, da wir unſere Früchte hinſammeln. Und ſprachen: Das wollen wir thun; wir wollen unſere Scheunen abbrechen und größere bauen, und wollen darin ſammeln Alles, was uns gewachſen iſt und un⸗ ſete Güter.“ Und ſo gaben denn Viele ihr Handwerk auf, das doch einen goldenen Boden hatte, und wur⸗ den Bauern, um ſchnell reich zu werden. Da ſah man


