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in's Thal herabfloß. Das Bächlein nährte mehrere Teiche, die um das Schloß herlagen, und behielt noch Waſſer genug, zwei Mühlen zu treiben, eine oben, eine unten. An Waſſer zur Erquickung und Reinhal⸗ tung fehlte es darum den Langenfeldern nicht, aber auch nicht an Land. Zwar gehörte das großentheils zum Schloß, aber es lag auch viel Eigenthumsgut darunter; die Viehweiden waren gut, die Wieſen waren friſch und zum Bewäſſern gut gelegen, und der Wald warf ein ſchön Sümmchen jährlich ab. Die
beßte Frucht auf weit und breit wuchs in Langenfeld.
Wenn man ſo in der Frühlingszeit, oder auch, wenn die Saat in Aehren ſtand, von den grünen Höhen herab das Thal überſah, wenn man das Rießeln des Bächleins, das über weiße Kieſelſteine hinſprang, bis zur Höhe hinauf vernahm, und wenn der blaue Himmel
mit Gottes lieber Sonne in das Thal hineinſchaute;
da hätt' ich den ſehen mögen, in deſſen Herzen es nicht gerufen:„Herr wie ſind deine Werke ſo groß und viel, du haſt ſie alle weislich geordnet und die Erde iſt voll deiner Güte!“
Das fühlten auch die alten Lungenfelber wohl,
und war viel Friede und Behaglichkeit in dem Oert⸗ chen, und das Wort Gottes war ein lieber Gaſt in den Häuſern. Wer kein Gut zum Eigenthum hatte, und keines von der Herrſchaft pachten mochte, der trieb eine Handthierung. In Langenfeld fand man faſt alle Handwerker, und die nahe Stadt gab reichliche Be⸗ ſchäftigung. Da kamen die Kriegszeiten und nun ward es anders in Langenfeld. Meinet aber nicht, der Feind habe das ſchöne Dörfchen abgebrannt und die Saaten verwüſtet, glaubet auch nicht, die Einquartirung habe


