Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Seite mit ſolchem Ungeſtüm, daß nicht viel gefehlt, und die Chaiſe wäre umgeſchlagen. Da öffnete ſich plötzlich die Thüre des Wagens, und mit der Miene der höchſten Beſtürzung ſprang ein Mann, mit einem Pelzrock bekleidet, heraus, eilte vor die ſchnaubenden Pferde, und erblickte einen Knaben neben ſeinem Schlit⸗ ten liegend, der aus einer Wunde am Kopfe blutete. Erſchrocken riß der Fremde den Knaben von der Erde auf, während der Kutſcher die Pferde beſänftigte, und fragte mit großer Beſorgniß in Miene und Stimme: Kleiner, haſt du Schaden genommen? Da ſchlug der Junge, der plötzlich aus der Betäubung erwachte, die großen, muthwilligen Augen nach dem Fremden auf, im nächſten Augenblick war er ihm aus den Hän⸗ den geglitten, und im darauf folgenden ſah man ihn in der Mitte ſeiner Geſpielen, die ihn mit ſchallendem Gelächter begrüßten, in das er aus voller Bruſt mit einſtimmte.

Herr, ſteigt getroſt wieder ein, ſprach da der Kutſcher,ihr ſeht, es iſt hier Dorfzucht, könnt' ich von meinen Pferden weg, ich wollte die Rangen mit meiner Geißel ſchon Mores lehren! Indeſſen trau' ich dem Frieden nur halb; ich will mit euer Edlen Ver⸗ laub neben den Pferden hergehen, bis vor's Dorf. Die Vorſicht des Kutſchers war nicht umſonſt; denn kaum ſaß der Fremde wieder im Wagen und die Pferde hatten angezogen, als ein Hagel von Schneeballen den Kutſcher, die Pferde und den Wagen traf, deſſen vorderes Fenſter klingend zerbrach.Nein, rief der Kutſcher abermals ſtillhaltend und die unruhig gewor⸗ denen Pferde beſänftigend,iſt denn keine Menſchen⸗ ſeel' in der Nähe, die verwetterten Schlingel zur Ruhe