Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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zu bringen? Ein neues Gelächter, vor, hinter und neben der Chaiſe, war die Antwort, und ein neuer Hagel von Schneeballen. Da hörte man ein Fuhr⸗ werk auf demſelben Wege von der Höhe herbakommen, und der Bauer, der es führte, hielt hinter der Chaiſe, und rief mit aufgehobener Peitſche:Wartet, ihr Jungen, der Schulmeiſter ſoll's wiſſen! Schämt ihr euch nicht, vornehme Leute wie Straßenräuber anzu⸗ fallen? Das Wort, mit einigen derben Flüchen be⸗ gleitet, wirkte, aber nur ſo viel, daß die Jungen mit dem Werfen einhielten. Schreiend:eine Chaiſe! eine Chaiſe! jubelten ſie hintendrein in's Dorf und durch's Dorf, bis vor die Schenke. Deren Thür' ging ſchnell auf, und herausſtürzte fluchend, aber mit ſehr unſiche⸗ ren Schritten, die Schreckensgeſtalt des Ortsdieners, theilte rechts und links Püffe und Stöße aus, und jagte den Haufen auseinander. Aber hinter jeder Haus⸗ ecke rief's wie zum Hohn:eine Chaiſe! eine Chaiſe! Eichkätzchen! Eichkätzchen! wie ſchmeckt's Gläschen! Der Mann ſelbſt, dem die Spottrede galt, kümmerte ſich nicht im Geringſten darum; ſondern ſelbſtbehag⸗ lich brummend, folgte er dem Fremden in die Wirths⸗ ſtube.Nicht wahr, Herr, ſprach er im Gehen, das hatten wir gut gemacht? Ja, ich ſag's immer, keine beſſere Polizei auf weit und breit, als in Lan⸗ genfeld! Straßenordnung, gute Ordnung! Ortspo⸗ lizei immer dabei! Prügel hageldick!Haben der Herr vielleicht etwas aus dem Wagen zu holen? Steh' ganz zu Befehl! Kalt Wetter heute!

Damit zerrte der Mann an dem Reiſeköfferchen, das der Fremde unterm Arm trug.

Laßt's gut ſein, Alter, ſprach der Fremde,und

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