1. Wie ein Fremder in Langenfeld einzog und was ihm da für ein Empfang ward.
Es war in der Dämmerſtunde eines hellen Januar⸗ abends im Jahr 18.., da kam eine mit zweien Poſt⸗ pferden beſpannte Chaiſe von dem Hügel herab, an deſſen Fuß das Dorf Langenfeld lag. Der Hügel war gerade nicht ſehr ſteil, aber der Fuhrweg, der in ziem⸗ lich gerader Richtung abwärts ging, war durch Fah⸗ ren und Schleifen des Holzes aus dem nahen Walde ſo glatt geworden, daß der Kutſcher Mühe hatte, die Pferde im Zügel zu halten, die bei jedem Tritt auf dem glatten Schneeboden ausgleiteten. An einer klei⸗ nen Biegung, die der Weg machte, blieb er halten und knallte mehrmals mit ſeiner Peitſche, als wolle er ein Zeichen zum Ausweichen geben. Da das Zeichen nicht beachtet ward, ſo rief er:„Ihr Jungens, aus dem Wege da mit eurem Schlitten! Seht ihr nicht, daß ich Raum haben muß für meine Pferde auf dem glat⸗ ten Wege?“ Ein ſchallendes Gelächter vieler Kinder⸗ ſtimmen war die Antwort auf dieſen Zuruf.„Nun, ihr Rangen, wenn ihr's nicht beſſer haben wollt, ſo laßt euch von meinen Braunen zertreten!“ rief der Kutſcher, um vieles unwilliger, und trieb die Pferde an. Die zogen ſchnell an und ſprangen plötzlich zur
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