Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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hatte ſeinen Tribut gefordert, und jeder Schmerz ſeine Furchen zurückgelaſſen!

Aber als der lieben Stimme Klang an ihr Ohr

ſchlug, als ſie ihre Namen ausrief, da zuckte des Wie⸗ derſehens Freude durch die Herzen der Greiſe, und ſie wankten ihm entgegen und bedeckten ſeine Hände mit ihren Thränen. Nein, rief Viole aus, hier, hier iſt Euer Platz, Ihr Väter meines Sohnes! und er zog ſie, einen nach dem andern, an ſein Herz! Ihr habt ihn zum Manne ge⸗ macht, und zwar zum wackern Manne, das kann ich Euch nur mit Liebe lohnen. Fortan ſollt Ihr leben mit mir wie Brüder!

Es war ein heiliger Moment, wie ihn ſelten das Leben bietet. Die Greiſe waren verjüngt, und der Him⸗ mel mit ſeinem Frieden zog in das Hüttchen ein. Aber ein Herz empfand tiefe Wehmuth in der Freude aller; denn die Nähe mahnte an den Verluſt, und ſtill und traurig ſchlich Guy umher.

Viole verließ ſie eines Tages heimlich. Er gieng nach Arbeque mit Adelma, die ihn nicht verließ.

In ſtille, wehmüthige Träume verſunken, in tiefe Trauer gekleidet, fanden ſie Gabrielen.

Einen lauten Freudenſchrei ſtieß ſie aus beim An⸗ blicke Viole's, und flog an ſeine Bruſt. Ach, ſie hatte ihn ja auch als todt beweint!

Hinweg mit dem Trauergewande, meine Gabriele, ſprach Viole. Auf Arbeque ſoll die Freude einkehren.

Sie lächelte wehmüthig. Das Grab giebt keine Opfer wieder! ſeufzte ſie.

Die Todten ſtehen auf, meine Tochter, rief Viole, Du ſiehſt es ja an mir. Kind, gieb die Hoffnung nicht auf.