Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
Einzelbild herunterladen

20 S

Dauphiné. Guy's Herz war tief bewegt, als er die alte Heimath wieder erkannte.

Adelma, Du führſt uns zu Rabaud und Salers? fragte er.

Sie nickte.

Laßt mich voraus, bat er, die Freude tödtet ſie ſonſt.

Er riß ſich los und flog, wie die flinke Gemſe, einen ihm wohlbekannten Bergpfad hinan, der ihn näher und ſchneller zum Dörſchen leitete, als der Weg, den Vivle, Pleſſis und Adelma giengen. Hoch ſchlug ſein Herz, als er der Hütte nahte, und die Greiſe ſo friedlich, ſo ruhig im Widerſcheine des Abendroths auf dem Bänklein vor der Hütte ſitzen ſah, das er gemacht hatte in jener Zeit, wo er hier die Tage eines glücklichen, harmloſen Still⸗ lebens gelebt.

Von ihm ſprachen ſie.

Da erblickten ſie den zum ſchönen Manne gereiften Jögling wieder, wie er mit ausgebreiteten Armen auf ſie zuflog, und der freudige Schrecken feſſelte ſie, daß ſie nicht aufzuſtehen vermochten.

Er aber umarmte ſie frohlockend, und bereitete ſie auf den Anblick ihres alten, lang beweinten, todtgeglaub⸗ ten Herrn vor.

Als er ihnen endlich ſagte, er lebe, ſie würden ihn wiederſehen, da fielen ſie auf ihre Knie nieder und dank⸗ ten unter Freudenthränen ihrem Gotte, und Rabaud rief: Herr, nun laß uns in Frieden dahin fahren, da du den höchſten Wunſch uns gewähret haſt!

Da trat Viole unter dem Schatten der Bäume her⸗ vor. Sie kannten ihn nicht. Ach, es lag ja ſo manches Jahr und ſo mancher Schmerz dazwiſchen, und jedes