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Boulogne, wo ſie Wlasko und ſein Gefährte mit dem Leichnam des Admirals trafen.
In der folgenden Nacht erreichten ſie Chatillon. Stille und traurig ſetzten ſie des Admirals ſterbliche Reſte in der Gruft ſeiner Väter bei, und aus den Heldenblicken träufelten Thränen das Todtenopfer dem großen, edlen Gemordeten.
Nun iſt mein Herz frei— ſagte Guy, und meine letzte Pflicht gegen den Edeln erfüllt. Schlaf wohl, ſagte er dann weich— ſchlaf wohl, Du Edler! In einer Welt, wo nicht mehr der religiöſe Partheinamen die Hand gegen den Bruder waffnet, wo nicht mehr Prieſterhaß die Herzen entzweit, wo nicht mehr menſchliche Autori⸗ tät das ewige Licht der Wahrheit unter den Scheffel ſetzt— wo nur Tugend gilt und Liebe— da ſehe ich Dich wieder!
Sie drückten ſich alle noch einmal die Hand. Jeder legte ſeine Rechte auf den Sarg des Admirals, als näh⸗ men ſie Abſchied von ihm, und verließen dann die Tod⸗ tengruft, um ihre Wanderung fortzuſetzen.
26.
Das iſt nicht der Weg nach Saint⸗Flour! ſprach Viole zu Adelma, als ſie unweit Grenoble immer links ihre Richtung nahm.
Laßt mich, ſprach ſie ſanft. Es ſchlagen noch Her⸗ zen, denen nach langer Entbehrung eine Frende gebührt.
Viole ſchwieg. Er ahnete, was ſie wollte. Sie folg⸗ ten ihr ohne Widerrede. Hinter den Bergen von Au⸗ vergne ſank in wundervoller Schönheit die Sonne hinab und vergoldete ihre Spitzen, wie jene der Berge der


