Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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Da ſanken ſie auf ihre Knie und dankten ihm be⸗ wegten Herzens.

Guy ergriff nun des Vaters Hand und bat ihn um die Erzählung ſeiner Begebenheiten.

Nein, Guy, verſetzte der Alte, jetzt nicht. Wir ha⸗ ben jetzt Ernſteres zu erwägen. Wenn wir einſt glück⸗ lich bei Rabaud und Salers auf Saint⸗Flour ſind dann, ja dann will ich erzählen. Doch, wie kommen wir dahin? Ueberall wüthet der Glaubenshaß und mordet.

So ſind wir jedenfalls hier ſicherer in der Wohnung dieſes braven Mannes, als dort, wo wir zur Zeit noch Fremdlinge ſind, meinte du Pleſſis; auch Guy bat, in Paris zu bleiben, ſo dringend, daß man ſah, er hatte noch etwas auf dem Herzen, was er ausführen wollte; allein weder ſeinem Vater noch du Pleſſis ſagte er etwas davon, bis er eines Abends ſpät vermißt wurde. Ver⸗ gebens ſuchten ſie ihn und ließen ihn ſuchen; wo er war, das ahneten ſie nicht.

Ohne die Gefahr zu berechnen, die ihm drohte, ſchritt Guy indeſſen auf Montfaucon zu. Die Nacht war fin⸗ ſter der Weg unbekannt. Oſt mußte er ſtehen blei⸗ ben und ſich umſehen, ob er noch die Richtung habe, die der alte Diener, bei dem er mit ſeinem Vater und du Pleſſis ſich aufhielt, ihm bezeichnet hatte.

Endlich erreichte er nach mühevoller Wanderung die Höhe: da ſtand der Galgen mit Coligny's Körper, an dem ſchon Raben nagten.

Guy war in einer entſetzlichen Spannung. In ſei⸗ nen Tiefen war ſein Gemüth, ſein ganzes Weſen er⸗ ſchüttert. Er ſank kraftlos an dem Galgen nieder.

Nachdem er eine ziemliche Weile gelegen, vermochte er erſt, ſich zu erheben. Er verſuchte es, an dem Gal⸗