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Herz, o Ihr, die ich ja allein noch hienieden habe— und Du vor Allen, mein Sohn! 8
Guy wußte nicht, wie ihm geſchah. Ein inneres, gewaltiges Gefühl zog ihn an des Greiſes Bruſt, und doch war es nur ein dunkles Gefühl— aber ein ſo be. ſeligendes, wie er es noch nie empfunden.
Er ſank an des Greiſes Bruſt.
Ja, Ihr ſeyd mein Vater, rief er mit Rührung, denn Ihr habt mir das Leben ja gerettet.
Lange hielt ihn der Greis umſchlungen in ſtummer Rührung, während du Pleſſis lächelte, und doch auch Thränen über ſeine Wangen rannen, deren eine die an⸗ dere jagte.
Endlich ließ Acevedo den Jüngling los und umarmte den Freund.
Wir ſind quitt! rief er ihm zu, Du haſt einſt mir und jetzt habe ich Dir das Leben gerettet.
Dann trat er vor Guy, und beſah ihn mit liebevol⸗ ler Zärtlichkeit.
Hinweg, rief er dann aus, du Verhüllung! mein Werk iſt zu Ende. Jetzt kann ich nichts mehr Gutes ſtiften in dir! Guy— ich bin Dein Vater, Dein . vielgeprüfter, vielverfolgter Vater!
Da ſanken des Jünglings Arme wie gelähmt herab; aber nur einen Augenblick— dann leuchtete das Auge, dann glänzte es im Thränenthau der Freude, und mit den Worten: So log doch mein Herz nicht! lag er in des ſeligen Vaters Armen. ² du Pleſſis faltete ſeine Hände und blickte dankend gen Himmel. Weinend ſtand der alte treue Diener da und fragte leiſe Pleſſis, ob dem alſo ſey?


