Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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2⁵0 25.

Noch war der Morgen des 25. Auguſts nicht an⸗ gebrochen, noch ſchien er nicht in die enge Kammer, in welcher Guy und ſein Genoſſe noch immer gefeſſelt und geknebelt lagen in der ſchrecklichſten Pein einer immer⸗ währenden Todeserwartung, als gewaltſam die Thüre derſelben aufgeriſſen wurde, und Acevedo, von dem leuch⸗ tenden alten Diener, des Hauſes Beſitzer, begleitet, her⸗ einſtürzte, ihre Feſſeln zu löſen befahl, dann aber, über⸗ wältigt von all dem Entſetzlichen, deſſen Zeuge er gewe⸗ ſen, ohnmächtig niederſtürzte.

Der Diener lößte Guy's Feſſeln, und dieſer erkannte in ſeinem Genoſſen erſt jetzt den edeln du Pleſſis⸗Mornay.

Als auch er ſeiner Feſſeln ledig war reichten ſich beide die Hand und eilten dann, den Zuſammenhang ah⸗ nend, zum ohnmächtigen Acevedo, ihm beizuſpringen.

Erſt nach vielfältigen Bemühungen gelang es ihnen, ihn in's Leben zurückzurufen. Er ſtarrte z faſt be⸗ wußtlos an.

Lebt Ihr wirklich noch, lebe auch ich noch, oder ſind wir ihr ſchon enthoben, dieſer ſündigen, verruchten Welt!? rief er heftig und doch freudig bewegt aus.

Faſſe Dich, Freund, ſprach ſanft du Pleſſis, wir le⸗ ben und Du lebſt; aber ſo vieles Räthſelhafte und Dunkle liegt auf den letzten Stunden und der ſeltſamen Behand⸗ lung, die wir erfuhren, das Du allein, wie ich ahne, zu löſen vermagſt, und was wir von Dir erwarten können.

Acevedos Bewußtſeyn kehrte zurück. Er ſtand auf und ſah ſie beide an und ſein Herz floß über, und die Thränen rannen über ſeine Wangen. Er breitete ſeine Arme aus und rief innigſt ergriffen: Kommt an mein