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Ehren in Madrid Freudenfeſte feierte und Stiergefechte hielt, während Cosmo, der Herzog von Toscana, Carl'n und Katharinen Glück wünſchen ließ zur vollbrachten Blutarbeit, und auch ganz Paris mit ſeiner Königs⸗ familie Gott dankte—— erfüllte Zorn und Unwille die deutſchen Fürſtenherzen, und der edle Marimilian der Zweite erklärte lant die Bartholomäusnacht für das gräß⸗ lichſte Brandmal in der Regierung ſeines Eidams Carl's des Neunten. Allen Sophiſtereien der franzöſiſchen Ge⸗ ſandten an den deutſchen Höfen gelang es nicht, das Abſcheuliche, nach franzöſiſcher Weiſe, in ein gefälliges Gewand zu hüllen.
Wie das Volk, deſſen Stimme man die Stimme Gottes nennt, urtheilte, das durch keine gefärbte Brille der Politik ſah, iſt begreiflich, und Niemand erfuhr dies empfindlicher, als Heinrich von Anjon, den die Wahl auf den polniſchen Thron rief. Als er durch Deutſch⸗ land reiſte, verfolgte ihn Abſcheu, Hohn und Verachtung überall; und als er gar vor den edeln Kurfürſten Friedrich den Dritten von der Pfalz mit frecher Stirne trat im Schloſſe zu Heidelberg— da hielt ſich der edle deutſche Fürſt für berufen, das Sünderherz des Fran⸗ zoſen zu erſchüttern. Und er that's. Und der Leicht⸗ ſinn und die Verſtockung wich. Der innere Richter er⸗ wachte ſchrecklich, und die Furien der Hölle peitſchten ihn bis nach Krakau, wo er endlich, unfähig länger ſein Inneres zerreißen zu laſſen, ſeine Schuld bekannte, und durch das Bekenntniß eine Ruhe zu gewinnen ſuchte, die ihm fremd blieb bis zum letzten Augenblicke, wo er unter des fanatiſchen Clement's Dolch ſeine Seele ausröchelte.


