heit hin. Er ſelbſt ſchießt auf die unglücklichen Prote⸗ ſtanten, die Rettung im Louvre ſuchen, wo die Schwei⸗ zer, gleich Schlächtern, morden.
Von dem Hauſe des Admirals, in deſſen Nähe die meiſten Proteſtanten wohnten, zieht ſich, nachdem dieſe abgeſchlachtet waren, das Morden nach dem Louvre zu, in deſſen Umgebung allein 200 proteſtantiſche Edelleute gemeuchelt werden.
Viele, zu denen das Wuthgebrülle der Verzweiflung drang, oder die man blutdürſtig verfolgte, flohen nach dem Louvre, vertrauend dem gegebenen Worte des Königs und des Geſetzes heiliger Schutzwehr. Schreckliche Täu⸗ ſchung! Dort unter den Augen des Königs, wie hier in den ſchrecklich durch Fackellicht erhellten Straßen und in den friedlichen Häuſern floß das Blut der unglücklichen Proteſtanten ſtromweiſe, und es war kein menſchliches Gefühl, keine geheiligte Gewalt, keine Macht des Gewiſ⸗ ſens mehr— die da gehemmt hätte die bluttriefenden und nach Blut nur lechzenden Mörderhorden. Zu den beſtallten Henkern geſellten ſich allmählig nun die Frei⸗ willigen, der zügelloſe, längſt ſchon fanatiſirte Pöbel der Hauptſtadt, und der Greuelthaten war kein Ende, ſie mehrten ſich von Stunde zu Stunde in dieſer entſetzli— chen Nacht. Selbſt Kinder ſpielten und warfen ſich mit den Gliedern der Ermordeten, und man ſah Weiber des Hofes und des Volkes Schandthaten vollbringen, vor denen auch ein männlicher Barbar zurückgeſchaudert wäre.
Im Louvre wurden in den Vorgemächern, auf den
Gängen und Stiegen proteſtantiſche Edelleute niederge⸗ ſtoßen, ſelbſt vor den Augen Margarethens von Valvis, der Neuvermählten Heinrichs von Navarra, ſo daß das Blut der Gemordeten, die ſie nicht zu ſchützen vermochte,


