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Coligny ſpricht ruhig— aber empört von des Men⸗ ſchen Frechheit: Ja ich bins— aber junger Mann, Du ſollteſt Achtung haben vor meinem grauen Haaren!
Der Unmenſch hohnlacht und ſtößt ihm das vom Blute des Hausmeiſters rauchende Schwert in den Leib, und dreht es wüthend um. Und als ob jeder nach der Ehre geize, dieſe Schandthat zu theilen, durchbohren ihn alle und führen Hiebe nach dem Haupte des bereits Entſeelten, und wer dieß nicht kann, ſchießt ſeine Piſtole auf ihn ab— als ob tauſend Leben in ihm wären.
Da ruft mit einer Stentorſtimme der Graf von An⸗ gouleme herauf: Iſt es vollbracht!— Es währte ihnen zu lange.
Da faßt le Béme den Leichnam bei den Haaren und ſchleppt ihn zum Fenſter, die Genoſſen helfen, und ſie ſtürzen ihn zum Fenſter hinaus.
Ein Jubelruf begrüßt den gemordeten Helden. Guiſe wiſcht das Blut von dem Geſichte Coligny's, um des Todes des Gehaßten gewiß zu ſeyn. Nun weidet er ſein Auge an den Zügen dieſes edeln Geſichtes, das jetzt der Todeskampf kaum zu entſtellen vermocht hatte. Er läßt den Kopf abhauen und als Trophäe nach dem Lou⸗ vre bringen. Den Rumpf wirft man in den Stall, wo des Helden Pferde ſtehen. Aber ſchon bald nachher be⸗ mächtigt ſich ſeiner eine wilde Rotte, verſtümmelt ihn entſetzlich, ſchleift ihn jubelnd durch die Straßen von Paris, und hängt ihn endlich bei den Beinen auf Mont⸗ faucon auf.
Carl's Höllenangſt wich jetzt einer Höllenwuth, als das Schreckliche zu verhüten zu ſpät war. Verzweif⸗ lung war ihre Mutter. Mordgeſchrei, Waffengetöſe, Wüthen und Jammergeſchrei reißen ihn völlig zur Wild⸗


