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Boren, Je Einhalt gebieten ſollten. Umſonſt! Umſonſt! — Die Pforten der Hölle ſind geöffnet, die Teufel wü⸗ then— nichts hemmt ihre Bahn— ihre Dolche rau⸗ chen ſchon von Chriſten-, von Brüderblut!———2
Als die Todtenglocke von Saint⸗Germain[Auxerrvis den ehernen Mund zum erſten Schrei öffnete— da flog Guiſe und Angvuleme mit 300 bewaffneten Mürdern nach Coligny's Hauſe. Der wüthende Coſſeins fordert mit heftigem Poltern die Oeffnung der Thüre. Bei Co⸗
ligny waren in religiöſem Geſpräche der wackere Corna⸗
ton, der Wundarzt Thomas und der evangeliſche Predi⸗ ger Merlin. Cornaton hört das Geſchrei, ſieht beim Fackelſcheine die Mörderrotte und ruft Coligny zu: Die Stunde iſt da, wo uns der Herr zu ſich ruft!
Coligny ahnete das Schreckliche.
Heitern Antlitzes ſpricht er: Sein Wille Und nun drängt er die Treuen zur Flucht.
Sein Hausmeiſter öffnet unten des Hauſes Thüre, und ſinkt durchbohrt auf die Schwelle. Man ſchleudert den Leichnam hinweg. Guiſe wagte es nicht, den Mord ſelbſt zu vollbringen; aber er hatte ihn in eine geübte Fauſt gelegt. Ein Böhme war ſein Stallmeiſter, mit Namen Dianowicz, gemeinhin le Béme genannt, iſt der Erwählte. Le Béme, Sarlabvur, Attin, Petrucci, gleich Katharinen und Biragne, eine Frucht Italiens, nebſt Scharfſchützen, dringen in Coligny's Gemach.
Der verwundete edle Mann war mühſam aufgeſtan⸗ den und erwartete ſie mit der Ruhe des Frommen, der den Richter nicht fürchtet.
Le Béme herrſchte ihm zu: Biſt Du Coligny? 11*


