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Schrecklich ſollten ſie erwachen aus dem ruhigen Schlummer, in den ſie der Glaube an die Menſchhelt gewiegt.
Selbſt die, die man liebte, gab man als Opfer hin; und Carl, der die aufrichtigſte Zuneigung zu dem heitern Larochefoucauld hegte, ließ ihn dennoch ſeinem blutigen Looſe entgegengehen.
Im Erdgeſchoſſe des Louvre befand ſich Katharina, Carl, Anjou und die meiſten der erwähnten Genvoſſen der hölliſchen Pläne.
Carls ganzes Weſen war in fieberhafter Unruhe— alle in einer entſetzlichen Spannung— natürlich—!— der Teufel ſelbſt mußte ſchaudern vor ſolcher That!!— Katharina— und weſſen iſt ein Weib nicht fähig, wenn alles Heilige aus ihrem Herzen gewichen iſt?!— Ka⸗ tharina ſprach dem Könige, ſprach den Männern Muth ein, rühmte das Gottgefällige der Ketzervertilgung. Mit aller Gewalt, die ſie über ihn hatte, nöthigte ſie ihn— als zwölfmal der Hammer ſchlug zur Stunde, wo nach altem Volkswahn der Hölle Pforten ihre Scheuſale aus⸗ ſpeien— den ſchrecklichen Befehl zu dem Zeichen zum Beginnen des Blutgerichts, das ſchrecklicher kaum jemals die Welt ſah— zu geben. Schaudernd gab er ihn— —— ein Piſtolenſchuß— wurde gehört, und bald ſchrillte die Glocke von Saint⸗Germain[Auxerrvis greu⸗ lich in die Nacht hinein.— Da faßte ſie alle die Hölle! da trat kalter Todesſchweiß auf ihre Stirnen; da klap⸗ perten ihre Zähne aneinander in wilder Verzweiflung; da rieſelte Todesſchrecken durch ihre Gebeine und ihr Haar ſträubte ſich— da bereuten ſie, an des Welten⸗ richters Vergeltung denkend, den Brudermord; da ſand⸗ ten ſie an Guiſe, an Angvuleme, nach dem Rathhauſe
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