Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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ten gehegt, und man ſie entweder gewaltſam unterdruk⸗ ken oder auf's Neue die Schrecken eines wüthenden Bürgerkriegs über das entnervte Vaterland bringen würde, was jetzt noch ſicherer zu erwarten ſtehe wenn nicht alle vertilgt würden. Katharine wendete alle ihre Ver⸗ ſtellungskunſt, alle ihre Kunſigriffe an, ihres Sohnes leidenſchaftliche Wuth zu erregen, und alle Anweſenden, zu denen noch Graf Angouleme gekommen war, verein⸗ ten ihre Kraft in Lüge und Verläumdung, ſo daß end⸗ lich, auf's Aeuſſerſte gebracht, Carl ausrief: Par la mort de Pieu! man tödte, weil Ihr es für gut findet, den Admiral; aber ihn nicht allein, ſondern alle Hugenotten, damit nicht Einer übrig bleibe, der uns beunruhige! Fer⸗ tigt ſchnell die Befehle aus!

Tavannes erklärte nun, daß er bereits Alles gethan, die Militzen habe wehrhaft gemacht. Es fehle nur noch, ſie mit dem Zwecke bekannt zu machen.

In dieſem Augenblick wurde dem König der Obriſt Viole de Saint⸗Flour gemeldet. Alle erſchracken. Der König trat heraus, und Katharina legte ihr Ohr an die Spalte der Thüre, die nur angelehnt war.

Freudig vernahm ſie des Königs Verſtellung, und berichtete es heimlich ihren Genoſſen.

Tavannes entfernte ſich bald nach des Königs Rück⸗ kehr, und ließ die Vorſteher der Bürger vor den König kommen, wo er ihnen befahl, die Bürgerkompagnien um Mitternacht vor dem Rathhauſe zu verſammeln.

Mit Entſetzen fragten ſie nach dem Zwecke.

Da enthüllte ihnen Tavannes die hölliſchen Pläne.

Bleich vor Schrecken ſahen ſich die wackern Bürger an, und der Muthigſte unter ihnen nahm das Wort,