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eine Unruhe, eine Ueberſpannung aller Kräfte, die auf
eine fürchterliche Erregung aller Leidenſchaften bei ihm
ſchließen ließ.
Guy begrüßte den Monarchen mit edelm Anſtande und Würde; doch erwiederte der König ſeinen Gruß nicht. Finſter ſah er ihn an und fragte:
Was iſt Euer Begehren?—
Ich komme im Namen des verwundeten Admi⸗ rals, ſprach Guy feſt, jedoch ehrerbietig, bei Eurer Ma⸗ jeſtät unterthänigſt um Erklärung der kriegeriſchen Be⸗ wegungen in der Stadt zu bitten, da ſie den Admiral beunruhigen.
Da wurde plötzlich des Königs Geſicht n freundlich.
Gehet hin, ſagte er mit anſcheinender Ruhe, und ſa⸗ get dem Admiral, es geſchehe auf meinen Befehl, und meine Abſicht ſey blos, mögliche blutdürſtige Unterneh⸗ mungen der Guiſen zu vereiteln. Bittet ihn in meinem Namen, ruhig zu ſeyn.
Er machte eine Bewegung mit der Hand und gieng wieder nach der Thüre, aus welcher er getreten. Im Blicke noch ſah Guy Katharinen und Anjou. Mehrere ſtanden noch umher, die er jedoch nicht mehr erblicken konnte, weil Carl die Thüre ſchloß.
Beruhigt, doch nicht ganz ohne Sorge verließ Gy den Louvre und trat in den Hof deſſelben. Hier war Alles todtſtille. Er blieb einen Augenblick ſtehen und horchte in die Ferne;— dann trat er durch das eiſerne Thor hinaus. Kaum aber hatte er den Fuß über die Schwelle deſſelben geſetzt, als ihn vier ſtarke Arme faß⸗ ten und ihn rücklings zu Boden riſſen. Vergebens war die Gegenwehr ſeiner jugendlichen Kraft. Er wurde ge⸗


