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W.
Der Abend des 24. Auguſt's, des Sanct⸗Bartholv⸗ mãus⸗Tages 1572, war gekommen, und eine ſchwüle Nacht ſank herab mit undurchdringlicher Finſterniß auf die Rieſenſtadt, in der eine grauſenvolle Stille herrſchte, die nur hin und wieder durch Waffengeräuſch unterbro⸗ chen wurde. Von dieſem Geräuſch beängſtigt, eilte Guy an des Admirals Lager— es dieſem mittheilend, und ihn auf die verſchiedenen Warnungen Acevedo's aufmerk⸗ ſam machend. Coligny wurde ernſt.
Geht nach dem Louvre, Oberſt Viole, befahl er ihm, und fraget den König in meinem Namen, was es zu bedeuten habe?—
Guy gieng ſogleich. Alles war ungewöhnlich ſtille.
Nur hin und wieder begegnete er bewaffneter Buͤr⸗ germilitz, was ihn noch mehr mit Sorge erfüllte.
Guy blieb auf ſeinem Wege einigemal horchend ſte⸗ hen— denn es ſchien ihm, als begleiteten ihn ſchon vom Hotel Coligny's aus drei Männer, deren einer ſich durch ein langes Gewand auszeichnete. Blieb er ſtehen, ſo thaten ſie daſſelbe. Gieng er wieder, ſo folgten ſie ihm von Ferne. Endlich griff er an's Schwert und trat zurück, um ſich genauer zu überzeugen; aber er fand nichts und ſchämte ſich einer Anwandlung von Furcht.
Ohne fürder ſich umzublicken, ſchritt er nun raſch zu, und erreichte den Louvre.
Er ließ ſich ſogleich bei dem Könige melden und wurde in einen Salon geführt, wo nach Au⸗ genblicken der König ſich einfand.
Guy erſchrack vor ſeinem Antliz. Es war wild, bleich, verſtört. Das fenrige Auge war ſchrecklich anzu⸗ ſehen. In ſeinem ganzen Weſen zeigte ſich eine Haſt,


