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beſten Abſichten, den Frieden nicht auf's neue zu bre⸗ chen, da der Mordverſuch Privatſache ſey, dem Antrage des Vidome von Chartres, Jean de Ferrieres, Paris ſo⸗ gleich zu verlaſſen, widerſetzten. Coligny, welcher ohne⸗ dem ſchon ſeiner Wunde wegen eine Reiſe vermeiden mußte, trat ihrer Meinung bei und äußerte das uner⸗ ſchütterlichſte Vertrauen in die Rechtlichkeit ſeines Kö⸗ nigs. Am Abend deſſelben Tages wurde noch eine Be⸗ rathung an Coligny's Bette gehalten, die gleichen Er⸗ folg hatte.
Guy, der auf's heftigſte empört war, erhielt am Mittage noch einmal ein Schreiben von Acevedo's Hand, das ihn beſchwor, ſogleich Paris zu verlaſſen. Er warf es erbittert hin. Nein, rief er aus, und ſollte auch ich fallen, ich kann und darf den Mann nicht verlaſſen im Unglücke, der mein Vater, mein Freund war im Glücke! Und er blieb.
Am Nachmittage nach dem Mordverſuche erſchien, auf des Admirals Bitte, der König, begleitet von Ka⸗ tharine von Medicis, Heinrich von Anjon und dem Marſchall von Retz, am Siegbette des Helden. Alle ſprachen die herzlichſte Theilnahme und den größten Un⸗ willen über das Verbrechen aus. Carl ſprach allein mit Coligny.
Katharinens Gewiſſen regte ſich— die Furcht— der Sünde Sold, marterte ſie. Sie drang auf dem Rück⸗ wege in ihren Sohn, den Inhalt dieſes Zwiegeſprächs ihr zu eröffnen. Ihren dringenden Bitten gab endlich der König nach und ſagte, er habe ihn zur Selbſtſtändigkeit ermahnt und vor der Abhängigkeit von andern gewarnt.
Katharina biß ſich in die Lippen.——
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