Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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Carl hatte verlangt, man ſolle Coligny in den Lou⸗ vre bringen. Heftig widerſetzten ſich indeſſen die Aerzte dieſem Vorſchlage. Mehr Beifall fand Heinrichs von Anjon Vorſchlag, eine Wache vor Coligny's Hauſe auf⸗ zuſtellen, um etwaige Anſchläge der Guiſen zu vereiteln. Auch fand der Antrag Beifall, daß alle proteſtantiſchen Edelleute Quartier in der Nähe des Coligny'ſchen Hau⸗ ſes beziehen ſollten, um ſogleich bereit zu ſeyn, wenn Gefahr drohe. Es mußten Quartiere bereitet werden

für ſie, die ſie am andern Tage bezogen. Niemand ah⸗

nete, welche fürchterliche Liſt dieß war. Niemand dachte daran, daß dies nur darum geſchah, um die zu Morden⸗ den ja alle recht nahe beiſammen zu haben, und gleich⸗ ſam mit einem Streiche ſie alle zu fällen!

Am Morgen des 23. Auguſt's begab ſich Heinrich von Anivu in Kathakinens Gemächer. Er traf die Kö⸗ nigin in gewaltſamer innerer Bewegung.

Jetzt hat die Stunde geſchlagen, Heinrich, rief ſie aus, wo unſer Plan ausgeführt werden muß. Ich habe bei den Aerzten des Admirals geforſcht, und ſie behaup⸗ ten, ſeine Wunde ſey gefahrlos, er werde bald wieder hergeſtellt ſeyn. Was werden wir von ihrer Rache zu erwarten haben, die Jean de Ferrieres, der Vidome von Chartres, laut ſchwur im Kreiſe der Seinigen!?

So laßt uns ſchnell ihr zuvorkommen. Sie bieten uns ſelbſt durch ihre zahlreiche Verſammlung bei Co⸗ ligny die Hand.

Wie ſo? fragte die Königin.

Es iſt ja ohne alle Schwierigkeit, den Koͤnig zu über⸗ zeugen und das Gerücht in ganz Paris zu verbreiten, daß ſich die Proteſtanten verſchworen hätten, blutige Rache zu nehmen für den Mordverſuch.