Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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voraus und las amtliche Papiere durch. Als er in die Nähe des Kloſters Saint⸗Germain Auxerrvis kam, fiel plötzlich ein Schuß. Die Kugel riß des Admirals Zei⸗ gefinger an der rechten Hand weg, und drang in den linken Oberarm. Ruhig wieß Coligny nach dem Hauſe, woher der Schuß gekommen. Wüthend viſſen Mouvans und Guy die Schwerter aus den Scheiden und eilten dahin. Sie durchſuchten das Haus es war leer. Maureval war durch die Vorſtadt Saint⸗Antvine bereits entflohen. Sie kehrten nach fruchtloſem Suchen zu Co⸗ ligny zurück, den ſein Schwiegerſohn Teligni bereits nach ſeiner Wohnung gebracht.

Als Guy in das Gemach trat, wo der Held lag, da reichte er ihm die verwundete Hand. Ein wehmů⸗ thiges Lächeln ſchwebte über die edeln Züge, und er ſagte: O, hätte ich der Stimme warnender Freundſchaft ge⸗ folgt! Nun iſt es zu ſpät.

Mit der Faſſung des wahren Chriſten und dem Mu⸗ the des Helden ertrug er die ſchmerzhafteſte Operation.

Der König war auſſer ſich, als er es erfuhr. Ka⸗ tharina eilte zu ihm, ihren Abſcheu und Groll gegen die Guiſen zu äußern, auf welche ſie, da alle Umſtände ſich dazu vereinigten, die Schuld dieſer Schandthat bürdete. Der König verordnete die Verhaftung des jungen Her⸗ zogs von Guiſe; doch dieſer war entflohen. Carl äußerte wirklich aufrichtigen Abſcheu gegen das Verbrechen, und ſuchte auf alle mögliche Weiſe dieſen zu beurkunden.

3. verbreitete ſich das Gerücht des Meuchelmords an Coligny, als alle proteſtantiſche Edelleute zu Coligny eilten. Allgemein war der tiefe Schmerz, allgemein die grenzenloſeſte Wuth und Erbitterung. Heinrich von Na⸗ varra, Condé und Teligni waren es, die ſich aus den