Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
Einzelbild herunterladen

250

Es lag nicht in Carls heftiger Gemüthsart, etwas ruhig zu prüfen, um Wahrheit von niedrigem und hölli⸗ ſchem Blendwerk der Lüge ſcheiden zu können. Auch jetzt loderte ſeine Hitze auf. Man wußte ſie bis zum raſendſten Zorne zu ſteigern, und er ſchwur, dies den Proteſtanten nicht zu vergeſſen.

Jetzt hatte man den König da, wo man ihn haben wollte. In dem Jagdſchloſſe Montpipeau war dies vor⸗ gefallen. Man kehrte nach Paris zurück. Katharine und Anjou mißtrauten der Dauer des königlichen Zor⸗ nes, darum nahmen ſie einen andern Ausweg Co⸗ ligny's Ermordung. Aber auch hier erſcheint Kathari⸗ nen's teufliſche Liſt. Ihr Beſtreben gieng darauf hin⸗ aus, die Mordthat auf das Guiſiſche Haus zu laden. Teufliſch klug wählte ſie ein Haus, das dem Erzieher der Guiſiſchen Prinzen gehörte, zum Mordplatz. Dort mußte ſich der Mörder verbergen.

Es war am 24. Auguſt 1572, als Abends ſpät noch Acevedo ſich zur Königin begeben wollte, um ſie zu war⸗ nen, da Schreckliches ſich bald ereignen müßte, ſeinen Beobachtungen zufolge. Die ſeltſame Erregtheit Katha⸗ rinens, das heimliche Weſen, die glühenden Blicke, die er beobachtet das Alles deutete dem ſcharfen Beobach⸗ ter auf nichts Gutes und nichts Gewöhnliches.

Er kannte ſeinen Einfluß auf die Königin, und hoffte durch denſelben vielleicht Uebeles von ſeinen Glaubens⸗ genoſſen abzuwenden.

Als er ſich dem königlichen Gemache näherte, trat Nicvlas Louviers de Maurevel, der Mörder des tapfern Moui ein Auswurf der Hölle, einſt in Dienſten des Herzogs Franz von Guiſe, heraus, und die ganze Hölle ſprach aus ſeinen Zügen.