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Carl ſtand betäubt vor ihr. Cvligny's Bemerkungen waren noch unverwiſcht in ſeinem Andenken. Er wußte ſich ſchuldig. Er flehte die erzürnte, ſo tiefbewegte Mut⸗ ter um Vergebung an und gelobte Beſſerung, gelobte, ihr in allen Stücken zu folgen.
Freudig ſah Katharina ihres Verſuches Gelingen; allein ſie hatte gelernt, ſich zu beherrſchen und zu ver⸗ ſtellen. Statt ſich mit Carl auszuſöhnen, rang ſie ver⸗ zweifelnd die Hände und eilte davvn.
Carl war auſſer ſich. Er folgte der Mutter, wie ſie es berechnet hatte, in ihre Gemächer, wo er Auiou, Gody⸗Retz, Tavannes und Sauve, die Vertrauten ihrer Mordpläne, bei ihr antraf.
Carl ſtarrte ſie an und erbleichte. Er fürchtete ſeine Mutter und den Herzog von Anjou mehr als die Hu⸗ genotten. Ihr Zuſammenſeyn mit dieſen fanatiſchen Män⸗ nern, deren Geſichter alle den Ausdruck der tiefſten Be⸗ trübniß und Sorge zur Schau trugen, ängſtete ihn un⸗ beſchreiblich, und er ahnete für ſich die nachtheiligſten Folgen.
Faſt zitternd bat er ſie nun, ihm doch die neuen Verbrechen der Proteſtanten bekannt zu machen, da er ſie ja gar nicht kenne.
Da war ihr Wunſch erfüllt, da begannen ſie mit glühenden Farben die Verbrechen der Proteſtanten zu ſchildern, von denen dieſe nichts wußten; da ſagte mau dem König, daß ſie mit der freien Uebung ihrer Reli⸗ gion nicht zufrieden ſeyen, ſondern die Vertilgung der katholiſchen beabſichtigten; daß ſie ſich rühmten, den Kö⸗ nig ganz nach ihren Abſichten lenken zu können; daß beſonders der Admiral ſich geäuſſert habe, blutige Rache wegen ſeiner Achtserklärung nehmen zu wollen.


