Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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liebt zu machen, und ihn, den König, deſtv beſſer zu beherrſchen. Carl mochte die Wahrheit dieſer Andeutun⸗ gen fühlen. Er ſah, daß Coligny es redlich meine, und es war nahe daran, daß Coligny ein bedeutendes Ueber⸗ gewicht über den König erhielt. Katharina ließ dies Ge⸗ ſpräch belauſchen. Ihr Haß gegen Coligny kannte nun keine Grenzen mehr. Immer feſter wurde die Abſicht, ihn wie alle in Paris verſammelten Hugenotten hinzu⸗ morden. Dies aber gieng nicht ohne des Königs Mit⸗ wirken, und das mußte ſchnell geſichert werden, ehe Coligny ihn noch mehr für ſich einnahm.

Katharina kannte ihren Sohn zu gut, um nicht die ſchwache Seite zu kennen, bei welcher ſie ihn faſſen mußte. Sie nahm einen Zeitpunkt wahr, wo ſie ihn allein traf. Sie zog ihn mit ſich in ein einſames Kabi⸗ net und brach in die heftigſten Vorwürfe aus. Mit einer Miſchung von mütterlicher Zärtlichkeit und bitterm Unwillen rief ſie ihm Alles in's Gedächtniß zurück, was ſie als trene Mutter für ihn von der Kindheit hülfloſen Tagen bis zu dieſem Augenblicke gethan, geduldet, ge⸗ opfert. Und nun wende er ſich von ihr zu den Men⸗ ſchen, die ihn glühend haßten, nur ſein Verderben woll⸗ ten; ließe von ihnen ſein Herz beſtricken und abwenden von Mutter und Bruder.

Ihre Thränen rannen. Sie affektirte eine wilde Ver⸗ zweiflung. Was ſoll aus mir, was aus Anjon werden, wenn ſie Dich in ihre Netze locken, und an die Spitze der Staatsgeſchäfte treten? Laß mich nach Florenz zu⸗ rück eilen, und dort laß über dem Kummer, einen Sohn verloren zu haben, mein Herz brechen! Das rief in erſchüttertem und erſchütterndem Tone aus.