Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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Nie aber nannte er den Namende Viole, weil er ihn an den verhaßten Parlamentrath, Guy's unglückli⸗ chen Vater, erinnert haben würde; und ſo blieb Guy das nahe verwandtſchaftliche Verhältniß, in dem er zu Arbeque ſtand, unbekannt, da zumal ſeine Freunde Ra⸗ baud und Salers nie deſſen Erwähnung gethan. Er war ein aufmerkſamer Zuhörer, und das machte ihn dem Baron noch werther.

Einige Zeit darauf lud die liebliche Gabriele zum Mittagmahle, das ſie in einem andern Gemache mit faſt verſchwenderiſcher Freigebigkeit bereitet hatte. Guy wußte nicht, wie ihm geſchah. Es war das erſte Mal in ſei⸗ nem Leben, daß er ſich in der Nähe eines ſo lieblichen Geſchöpfes befand. Er vermochte kein Auge von ihr zu wenden, und traf ihr Blick den ſeinen, dann ſchlug er ihn doch nieder. Sprach ſie, ſo lauſchte er und hielt den Athem an. Er wußte zuletzt kaum mehr, was er that, ſo hatte ihn Gabrielens liebliches Weſen bezaubert. Sie war aber auch ganz geeignet, ſolchen Eindruck auf ein reines Jünglingsherz zu machen. Mit allen Reizen ih⸗ res Geſchlechts hatte ſie die Natur ausgeſtattet, und dieſe ſchöne Hülle barg ein Herz rein und klar, wie der

Himmel, treu und fromm, ſanft und demüthig, und doch

war ihr Charakter beinahe männlich feſt. Ihr Weſen war unbefangen und natürlich; ohne alle Zurückhaltung ſie war ein Kind der Natur, fern von jenem frivo⸗ len Leben, das jene Zeit auszeichnete, und gleich fern von jenem formellen, ſteifen Zwang erzogen, der ſchon damals die höhere Geſellſchaft zu beengen begann. Daß ihr Bild ſein Herz erfüllte, daß eine tiefe, innige Liebe zu ihr in ihm erwachte, war eine nothwendige Folge ihres beiderſeitigen Zuſammentreffens, und beinahe ähn⸗