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Pleſſis nicht entdecken konnte. Seine einzige Beſchäfti⸗ gung war Aſtrologie. Einſt in frühern Jahren ſeine Lieblingsbeſchäftigung, da auch er dem Hange ſeiner Zeit nicht entwachſen war, diente ſie ihm jetzt, des Sohnes
Lage und Geſchick zu ergründen und ſeiner Zukunft Räth⸗
ſel in den Sternen zu leſen. Auch die Täuſchung iſt für das leidende Gemüth ein Heil— ſie war es für Viole.
5.
Friſch und fröhlich wuchs Guy heran, und wurde kräftig und edel und ſchön, an Leib und Seele. Sein größtes Vergnügen war die Jagd. Tagelang konnte er unermüdet in den Wäldern umherſtreichen und, reich mit Beute beladen, kehrte er am Abend heim. Stets war einer der Treuen ſein Gefährte. So wuchs er urkräf⸗ tig heran. Jahre kamen und flogen dahin in dieſem freien Leben, und während im übrigen Frankreich Ver⸗ folgungen gegen die Proteſtauten wütheten, ruhte ſtiller Friede auf dieſer einſamen Gegend. So war Guy zu einem kräftigen Jünglinge herangereift, als Franz M. plötzlich ſtarb und Carl MK. als Knabe einen Thron be⸗ ſtieg, der eines ganzen Mannes bedurfte und die Zügel der Regierung in die Hand Katharina's von Me⸗ dieis fielen, deren herzloſe ſchlaue Politik zwiſchen den Chatillons und Guiſen ſchwankend, beide benutzte, um ihre hölliſchen Plane zur Reife zu bringen.
Condé, dem das Henker⸗Beil an einem Haare über dem Haupt geſchwebt, wurde jetzt befreit, und Katha⸗ rine ſah ſich am Ziele ihrer Wünſche— ſie wurde Re⸗ gentin im vollen Sinne des Worts, da Anton an ihrer Seite blos figurirte. Einer der erſten Schritte dieſer


