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Rabaud waren umſonſt— er wollte keine Ruhe, keinen Schlaf genießen. Der Schmerz drohte ſeines Lebens Kräfte zu verzehren. Doch die gütige Vorſicht erbarmte ſich des Vielgeprüften. Die Heilmittel brachten günſtige Erfolge hervor. Die Krankheit des Knaben brach ſich, das Fieber ſchwand— aber eine große Mattigkeit blieb zurück, und nur ſehr langſam begannen die verlornen Kräfte zurückzukehren. Jetzt erſt kehrte allmählig Ruhe wieder in das verödete Herz des Unglücklichen zurück; aber es war noch nicht müde, das Mißgeſchick, ihn zu verfolgen. Ein neuer Blitz ſchlug in ſein Leben.
Eines Tages, wo wieder Viole an dem Bette des allmählig wiedergeneſenden Sohnes ſaß, trat Raband herein und überreichte ſeinem Herrn ein Schreiben, das eben ein ſtaubbedeckter Eilbote gebracht.
Von Pleſſis! rief Viole mit Schrecken aus. Das iſt eine neue Hiobspoſt!
Eilig erbrach er das Siegel und las:
„Du biſt nicht mehr ſicher, Freund; flieh ſobald
Du dieſe Zeilen erhältſt. Saint⸗Flvur iſt konfis⸗
zirt und an Dianen von Valentinvis geſchenkt. Bald
nach dem Boten werden ihre Leute eintreffen, die noch den beſondern Auftrag haben, Dich zu fangen, da man Dich in Saint⸗Flour vermuthet. Fliehſt
Du, ſo meide die Städte Deiner Nachbarſchaft.
Ueberall achtet man auf Dich. Dein Namen iſt an
dem Galgen auf Montmartre angeſchlagen. Du
biſt geächtet, fliehe ſchnell nach Rochelle! Gott ſey mit Dir! Pe.
Als er dieſe Zeilen geleſen, ſank er erbleichend zurück in den Lehnſtuhl, in welchem er ſaß. So iſt denn Alles, Alles verloren! rief er im herzzerreißenden Tone aus.
3. B⸗ 4**


