Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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ſich mit Erde angefüllt, geebnet und bot ſo den Vor⸗ vätern der Familie de Viole, die aus der Dauphiné ein⸗ gewandert war, einen höchſt vortheilhaften Platz zum Erbauen ihrer Burg Saint⸗Flour. Die Familie Saint⸗ Flour hatte ſich in zwei Linien getheilt, deren eine auf dieſer Burg, die andere auf dem Schloſſe Arbeque, un⸗ weit Pont de Royan, in der Dauphiné, wohnte.

Von Genf herüber war zu ihnen das Licht des Evan⸗ geliums gedrungen, und dieſe Familie war eine der erſten proteſtantiſchen in der Dauphiné und Auvergne. Im Laufe der Zeiten indeſſen war die Familie ſehr geſchmol⸗ zen. Jene, die auf Arbeque wohnte, nannte ſich de Viole dArbeque, dieſe de Viole de Saint⸗Flour, und Claude de Viole de Saint⸗Flour war der letzte Spröß⸗ ling dieſer, Robert de Viole d'Arbeque der letzte jener Linie. Vivle, der Parlamentrath, wohnte auf der Burg Saint⸗Flour und lebte dort die Tage eines ſtillen unge⸗ ſtörten ehelichen Glückes. Innige Liebe hatte ihn mit einer der edelſten Jungfrauen der Auvergne verbunden, und die Tage flohen dahin, wie lauter Sonn⸗ und Feſt⸗ tage des Glücks, da ihre Liebe durch die Geburt Guy's noch heiliger, feſter wurde. Doch es kamen nun auch die Werktage des Elends über die glückliche Familie, da

Claude de Viole zum Parlamentrathe zu Paris ernannt.

wurde. Dieſes Ereigniß zog ihn hinaus aus dem Frie⸗ den ſeines häuslichen Lebens in das vielbewegte Staats⸗ leben, in die wogende Welt einer Hauptſtadt. Die Chi⸗ märe des Ehrgeizes, der oft auch dem edelſten Herzen zugänglich iſt, zeigte ihm anfangs Alles im Lichtglanze. Sie zerrann bald in ein leeres Nichts. Seine geliebte Gattin raubte der Tod von ſeinem Herzen und bettete das warme friſche Blüthenleben in die kalte Erde. Und