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geplündert— ein ſchauderhaftes Bild der Zerſtörung. Knirſchend ſah er es. Er trat in das verödete Haus — da ſtürzten noch einige hart mißhandelte Diener des Entflohenen hervor und flehten ihn um ſeinen Schutz, um Unterhalt an.
Seyd getroſt, ſprach der edle du Pleſſis, ihr ſollt hinfort in meinem Dienſte bleiben, bis beſſere Zeiten euch wieder dem braven Herrn zuführen.
Da umſchloſſen ſie mit ihren Armen ſeine Knie und Freudenthränen gaben ihre Empfindungen kund.
Nun fragte du Pleſſis nach dem Grunde dieſer Zer⸗ ſtörung und die Diener erzählten, daß kaum Viole mit du Pleſſis das Haus verlaſſen gehabt habe, als ſchon daſſelbe von Söldnern umſtellt worden und der wilde Marquis von Tavannes hereingetreten ſey, nach Viole zu fragen. Sie konnten nichts ſagen als, er ſey nicht zu Hauſe. Schlau und tückiſch lächelnd, befahl er dar⸗ auf, das Haus zu durchſuchen. Sie fanden Niemanden. Da ergriff eine wahre Berſerkerwuth den wilden Normann. Er raßte und befahl ſeinen Soldaten, Alles zu rauben und zu zerſtören, was dem Ketzer gehört habe. Dieß geſchah mit viehiſcher Wuth, die ſich dann auch in blutigen Mißhandlungen der beiden Diener ent⸗ ud. Erſt nachher bekam Tavannes Beſinnung, Viole'n nachzuſetzen. Dieß unterbrach ihr Zerſtörungswerk; aber auch dieſe Nachſtellungen blieben erfolglos und, ſchäu⸗ mend vor ohnmächtigem Zorne, kehrte Tavannes nach dem Louvre zurück, dem König das Mißglücken des Fanges zu berichten. Auch der König gerieth auſſer ſich vor Zorn und ſeine ganze Umgebung mußte es ent⸗ gelten, daß gerade Viole, den er ſo glühend haßte, ge⸗ rade dieſer, der ihn mit dem zweiſchneidigen Schwerte


