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Viole dachte eine Weile nach, dann ſprach er: Nicht doch, ich gehe nach Auvergne. Dort in den Bergen meiner Heimath bietet ſich mir, wenn mein feſtes Saint⸗ Flour mir keine Sicherheit mehr gewährt, ſo mancher ſichere Schlupfwinkel dar, der dem Fremdling unzugäng⸗ lich und mir durch die Streifereien der Jagd bekannt iſt, daß ich in dieſen Höhlen lange mich aufhalten kann. Und — ſollte auch dort keine Sicherheit mehr ſeyn, ſo wird mich die Hand der Vorſehung, die mich ja der erſten Ge⸗ fahr durch Eure Freundeshand entriß, nach Perpignan oder la Rochelle leiten, wo ich leicht hinüberſchiffen kann nach Englands freier Küſte.
Das ſielle ich Eurem Ermeſſen anheim, verſetzte dar⸗ auf der Freund, aber wo erreicht Euch die warnende Freundesſtimme, wenn ſie ſollte Gefahr zu verkünden haben?
Schreibt nur an Pierre Rabaud, meinen Kaſtellan zu Saint⸗Flour— oder an Michel Salers, der über meine Forſte bei Saint⸗Flour die Aufſicht führt, dann kommen Eure Briefe ſicher in meine Hand, wo ich auch weilen mag.
Noch Vieles beſprachen die Freunde, noch Wichtiges trug Viole dem treuen du Pleſſis⸗Mornay, ſo hieß der Freund, auf.— Dann umarmten ſie ſich unter Thrä⸗ nen und Segenswünſchen, der Diener bettete den Kna⸗ ben warm und ſo ritten ſie ſchweren Herzens in die ſtille dunkle Nacht hinein, indeß du Pleſſis nach Paris zurückkehrte, um ſchnell noch ſo viel von Viole's Ange⸗ legenheiten in Ordnung zu bringen, als vor Tagesan⸗ bruch möglich wäre. Er hatte ſich getäuſcht; denn als er nach einer halbſtündigen eiligen Wanderung bei Viv⸗ le's Wohnung ankam, fand er Alles zertrümmert und


