Teil eines Werkes 
3. Band (1834)
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zahlreichen glänzenden Gefolge begleitet. Eine augen⸗ blickliche Wirkung brachte dieſes unerwartete ſeltene Er⸗ eigniß hervor. Tiefe Stille ruhte auf der Verſammlung, und lauernde, triumphirende, hämiſche Blicke flogen her⸗ über zu denen, die es gewagt, eine Sprache zu reden, der man ſo gerne Ohr und Herz verſchloß.

Nach der Begrüßung der Verſammlung flog ein bliz⸗ zender Blick des Königs über dieſelbe, und mit herri⸗ ſchem Tone befahl er die Fortſetzung der Verhandlungen. Da hob ſich dort der Muth und hier ſchwoll das Herz von edler Begeiſterung, und der Feuerſtrom der Rede floß wieder ungehemmt. Während unter beifälligem Lächeln des Königs glühender Fanatismus ſeine unbegründeten Machtſprüche donnerte, ſchwiegen Jene. Triumphirend blickten dieſe auf ſie, meinend, nun ſey der Sieg ihr. Waren ſie's? Ihr Kurzſichtigen! Rein, jetzt ſpra⸗ chen ſie, als dort alle Pfeile verſchoſſen waren und das Herz ſprach, die Seele, der Geiſt, die Wahrheit, das ewige, heilige Recht ſprach mit ſiegender, hinreißender Kraft. Die Parlamenträthe Ferrier, du Faur, du Byurg ſprachen mit einer Freimüthigkeit, die, obwohl ſie ſtreng die Schranke der Beſcheidenheit hielt, dennoch Furchtloſigkeit ſelbſt vor dem Monarchen an den Tag legte, obwohl Zweck der Ankunft der Königs und Abſicht deſſelben von ihnen durchſchaut war. Aber küh⸗ ner noch ſprach der Parlamentrath Claude de Vivle, Herr von St. Flour, ein edler Anvergnate.

Wahr iſt's, ſprach er mit einer ſonoren kräftigen Stimme und hinreißendem Feuer, und das Auge ſchoß Blitze unter den buſchigen Wimpern hervor, und die heftige Erregung des Gemüths gab dem ganzen bleichen, von ſchwarzem Haare umwallten Geſichte einen Aus⸗