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ſentanten des Fanatismus, wie des Ehrgeizes nennen
mag, gehetzt. Ihre Saat war Haß und Wuth, und die
Frucht derſelben Blutſtröme und gräßliche Mordſcenen, Menſchenelend und Bürgerkrieg bis zum Kulminations⸗ vunkte— der Bartholvmäusnacht.— ZJenes gräuliche Edikt von Escouan war ergangen— es ſprach das To⸗ desurtheil allen Frankreichs. Schlau lä⸗ chelnd blikte die verruchte Diana von Valentinvis auf die Folgen dieſes Eoiktes, das ihr und der Guiſen Werk war— denn ſie verſprachen ihren Reichthum zu meh⸗ ren, da die konfiszirten Güter der Proteſtanten, moch⸗ ten ſie nun als Opfer fallen oder den blutbedüngten Bo⸗ den des Vaterlandes fliehen und in wirthlicher Fremde ein freies Daſeyn und Glaubenleben ſuchen, und die daraus erlößten Summen floſſen in ihren Schatz. Schlau lächelnd blickten die Guiſen darauf hin, da auch ſie ihre Rechnung dabei fanden, obgleich nicht ſo materiell wie jene, doch aber ihnen werther— ſie ſahen ihre Macht und ihren Einfluß wachſen.
Der König wurde von drei Seiten, den zwei genann⸗ ten und der der Prieſterſchaft, fanatiſirt. Nicht genug ſey es, ſagte man ihm, im reichen Mittelſtande die Ketzer⸗ brut auszurotten; weiter hinauf müſſe die ſtrafende, züch⸗ tigende Hand der Gewalt greifen, in die höchſten Stände, da ſey das Haupt; und ſey das gefallen, ſo fehle die Kraft und leicht ſey der Sieg. Im Parlamente von Paris bezeichnete man dem Monarchen die Ketzer und Anhänger des Pryteſtantismus, ſowohl öffentlichen als heimlichen. Das leuchtete dem Monarchen ein. Das Mittel war bald gefunden, der Weg bald bezeichnet.
Glänzende Namen im Parlamente von Paris ſtanden ſchon auf der Liſte, Namen, die man aus guten Grün⸗
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