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Unter der Regierung König Franz des Erſten und Heinrichs des Zweiten hatte der Proteſtantismus in Frankreich Eingang gefunden, Wurzel geſchlagen und war ſchon zu einem kräftigen Baume erſtarkt, deſſen Wachsthum friſch und kräftig noch immer die ſtarken Aeſte weiter verbreitete und den Wipfel fröhlich zum reinen Himmelsäther hob, trotz der Stürme Toben. Denn nicht in ſtiller, heiterer Frühlingsruhe war er alſo gewachſen:— in Stürmen war er ſtark geworden; und wenn ſie auch noch ſo wild in ſeinen Aeſten tobten und wühlten und den Wipfel umherſchleuderten— im⸗ mer tiefer ſenkten ſich die Wurzeln ſeines Lebens. Mit einer Heftigkeit, die man Wuth nennen konnte, mit glü⸗ hendem Fanatismus wurde der Proteſtantismus bekämpft. Scheiterhaufen zündete der Fanatismus unter den über⸗ zeugungtreuen Märtyrern für die lautere Gotteswahr⸗ heit an— aber wenn auch unter Höllenqualen das Le⸗ benslicht dieſer Männer des Lichts erloſch— die Wahr⸗ heit erloſch nicht, und heller ſtrahlte ihr Licht in die Finſterniß. Heinrich der Zweite verfuhr wilder, un⸗ menſchlicher, als der ritterliche Franz der Erſte. Hein⸗ rich wurde von den erbittertſten Feinden des Proteſtan⸗ tismus, den Guiſen, die man mit Recht die Reprä⸗


