Teil eines Werkes 
12. Band, Neue Folge : 4. Band (1856)
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ohne daß die Gedanken des vorigen Jahrs irgend je und wie aufgetaucht wären. Er war ſehr heitern Gemüths und hatte ſich ſo des Gebens an Ferdinand erfreut, daß er überhaupt eine Frei⸗ gebigkeit annahm, die ihm Niemand ſonſt zugetraut. Er ging auch wieder täglich an ſein Lieblingsplätzchen und empfing dort ſeine Beſuche, doch mußte Roſina ein gewiſſes Deputat Krüge hinauf⸗ tragen, über die hinaus nie gegangen werden konnte, da das kleine Kellerlein bekannt geworden war.

Eines Tages ſaß er da in der Kühle am Mittag eines ſengend heißen Junitages. Niemand ließ ſich rings umher erblicken. Die ganze Natur ſchien gelähmt und kein Vögelein ſang in den matt herabhängenden Zweigen.

Berlefick dachte darüber nach, daß doch Ferdinand nicht wohl länger eine Junggeſellenwirthſchaft halten und führen könne, als dieſer unvermuther den Berg herauf ſtieg und zu ihm trat. Wie immer, hieß ihn Berleſick freudig willkommen, denn der Jüngling beſaß ſeine ganze Liebe, ſeit er ſo tüchtig ſein Geſchäft führte und die wohlverdiente Achtung der ganzen Stadt genoß.

Heute ſah man es ihm deutlich an, daß er etwas Schweres auf dem Herzen hatte, das nicht recht herab wollte. Auch Berlefick merkte das und ahnete, was es etwa ſein möchte, nämlich eine Heirathsangelegenheit.

Lange wurde von Dieſem und Jenem geredet und Berleſick ergötzte ſich an der wachſenden Verlegenheit ſeines Vetters. Er wußte lange, daß zwiſchen ihm und Guſtelchen eine alte Liebe beſtand, zwiſchen die er einſt unſinnig hatte hineintreten wollen. Und doch hatte es ihm Ferdinand nicht nachgetragen, ſondern ihm die viele Lieb' und Treu' in Frankfurt erwieſen. Das ſchlug er ihm doppelt hoch an. Freilich ahnte Ferdinand nicht, wie er dachte, und fürchtete, er möge die Wahl Guſtelchen's aus allerlei Gründen mißbilligen. Darum wurde es ihm ſo ſchwer, davon zu reden und es war doch nothwendig, denn ohne eine ſorglich waltende Hausfrau ging's eben nicht mehr.

Berlefick wollte ihm endlich doch das Herz erleichtern und ſagte, er meine, es drücke ihn Etwas?