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„Herr Vetter, wollt Ihr noch der Polizei anheimfallen?“ rief angſtvoll der Jüngling aus.„Iſt's nicht genug, daß Euch das Volk verhöhnt?“
Dies wirkte gewaltig auf den Erzürnten.
Berlefick fühlte an ſeinen Kopf und rief dann:„Fort, Fer⸗ dinand, fort!“ Er erkannte ſeine Lage und empfand plötzlich das Ungemüthliche derſelben.
Ferdinand zog ihn eilend hinweg, begleitet von dem Halloh
6 des Pöbels, und erreichte glücklich den Laden eines nahewohnenden Perückenmachers, um Erſatz für einen der wichtigſten Theile des Verluſtes zu finden..
Ein Lärm, wie der vor der Thierbude und in derſelben konnte indeſſen der wachſamen Stadtpolizei, zumal an einem Sonn⸗ tage, nicht unbemerkt entgehen. Dem fragenden Polizeimann höheren Ranges wurde das Haus des Perückenmachers bezeichnet, wohin ſich der Urheber des Lärms geflüchtet. Dorthin eilte er und trat eben ein, als gonz erſchöpft und einer wahren Troſtloſigkeit verfallen, Berleſick in einen Lehnſeſſel geſunken war, während der Haarkünſtler ſich um ihn bewegte.
Die Polizei jener Tage litt nicht an Dem, was man Höflichkeit nennt. Polternd trat der Rumorknecht⸗Corporal ein und über⸗ häufte den Alten mit den heftigſten Vorwürfen, indem er ihm befahl, ihm ſofort auf das Polizeiamt zu folgen, denn, ſetzte er hinzu, daß Berleſick derſelbe ſei, der geſtern Abend im Wirthshauſe zum goldenen Apfel Malefiz getrieben, heute Morgen einen Auflauf bei dem Bacharacher Meßſchiff veranlaßt und auch jetzt wieder die Ruhe der freien Stadt und den Sabbatfrieden ihrer hochehrſamen Bürgerſchaft geſtört habe, das dürfe nicht ungerügt bleiben u. ſ. w.
Es war nahe daran, daß auch jetzt wieder der Jähzorn Berlefick's losgebrochen wäre und ſeine Lage nur noch verſchlimmert hätte, wenn nicht Ferdinand mit aller Macht ſich in den Riß gelegt. Er erzählte wahrheitsgetreu die drei Vorgänge, welche den Alten in ſolchen ſchlimmen Verdacht gebracht hatten, beſonders aber den letzten bedauerlichen Vorfall.


