Teil eines Werkes 
12. Band, Neue Folge : 4. Band (1856)
Einzelbild herunterladen

—

VII.

Die Angelegenheit der Rückkehr Ferdinand's nach Bacharach beſprechend, nahten ſie ſich einer umfangreichen Bude, welche auf dem Roßmarkt errichtet war. Bilder wilder Thiere und ihrer Kämpfe mit Menſchen waren am Eingange zu ſchauen, und ein Mohr lud das Publikum mit den ſeltſamſten Grimaſſen zum Beſchauen der Herrlichkeit ein.

Auch die beiden Wanderer nahten ſich der Eingangspforte. Berlefick erlegte für ſie Beide den Eingangspreis und ſie traten in den Raum, wo denn Löwen, Tiger und alle möglichen Thiere zu ſehen waren. Sehr zahlreich waren Vögel fremder Welttheile und Affen vertreten. Beſonders merkwürdig war ein ſogenannter Orang⸗ utang, ein Thier von beſonderer Größe, Wildheit und tückiſchem Weſen. Dieſer zog Berlefick beſonders an, und er trat, trotz der Warnung des Aufſehers, nahe an den Käfig heran. Im Geſpräche mit Ferdinand drehte er ſich einmal gegen dieſen um, der etwas zurückſtand, da fuhr des Affen krallige Hand zwiſchen den Eiſen⸗ ſtangen heraus und erfaßte mit Blitzesſchnelle Berlefick's Perücke.

Als dieſer fühlte, daß der Affe ſeine Haarhaube erfaßt habe, ſtieß er einen Schrei des Schreckens aus und bückte ſich ſogleich inſtinktmäßig, um dem feindlichen Angriff zu entgehen. Es war indeſſen zu ſpät. Durch ſein Bücken blieb die Perücke in der Gewalt des Affen, der ſie in den Käfig nahm und ſie grinzend in Fetzen riß.

Als ſich Berlefick aus dem Bereiche des unmittelbaren Angriffs des wilden Thieres ſah, erwachte ſein Zorn, und ehe Ferdinand, der ſelbſt höchſt erſchrocken war, es wehren konnte, griff er den Affen mit ſeinem Meerrohr an und ſchrie vor Zorn. Der Affe

zog ſich mit wildem Geſchrei in den Hintergrund ſeines Käfigs

zurück, erfaßte aber mit einer raſchen Wendung das Meerrohr und zog es an ſich. Berlefick war nicht geſonnen, auch dies Gut der Beſtie zu überlaſſen, und hielt es feſt. Dadurch kam ſein Arm in

„ℳ