geſtorben war, auf ein Schiff gekommen, wo er die Leidenszeit des Schiffsjungen durchmachen mußte. Als Matroſe blieb er auf dem Schiffe. Sein klarer Verſtand und ſeine Begierde, ſein Wiſſen und Erkennen zu erweitern, ließ ihn zeitig mit dem Gebrauche der nautiſchen Inſtrumente und den Seekarten vertraut werden, und ſeine muſterhafte Aufführung machte ihn dem Capitän werth. Dieſer gebrauchte ihn beſonders zu ſeinen Zwecken und hatte ſeine Freude daran, ihn zu belehren. Verhägen verdankte in eben dem Maße der Gunſt des Capitäns, wie ſeinem Talente, ſein ſchnelles Aufſteigen zum Bootsmanne, dann zum Unterſteuermanne. Als auf der Rück⸗ kehr von einer großen Reiſe der Oberſteuermann ſein Grab in den Wellen der Nordſee fand, wurde er interimiſtiſch deſſen Nach⸗ folger und erhielt endlich, als noch ſehr junger Mann, dieſe Stelle von dem Schiffsrheder auf des Capitäns Empfehlung.
Mehrere bedeutende Reiſen machte er mit dem Schiffe. Immer waren ſie glücklich. Nur einmal faßte ein Sturm das Schiff im Canal und warf es mit ſolcher Gewalt gegen die franzöſiſche Küſte, daß es in tauſend Stücke ging. Ein großer Theil der Mannſchaft, und unter dieſen auch der Capitän, kamen in dieſer ſchaurigen Nacht um's Leben. Verhägen rettete ſich auf einergnke an's Uufer. Er hatte Alles verloren und nur das armej nackte Leben gerettet. In Breſt fand er Unterſtützung und ging bald darauf als Oberſteuermann an Bord eines Kauffahrteiſchiffes, das der Rheder gewöhnlich nach den Antillen, am häufigſten nach Trinidad gehen ließ.
Jahre vergingen ihm in dieſem Dienſte. Da baute der Rheder ein neues Schiff und machte den braven Verhägen zum Capitän deſſelben. In dieſer Stellung blieb er eine Reihe von Jahren, erwarb ſich ein anſehnliches Vermögen, vermählte ſich auf Trinidad und wurde Beſitzer einer reichen, ſchönen Pflanzung auf dieſer Inſel. Dennoch vermochte er ſich nicht vom Meere zu trennen. Erſt ein neues Unglück und die unabläſſigen Bitten ſeines Weibes brachten es endlich zu Wege, daß er dem Leben des Seemannes entſagte und ſich für immer nach der Inſel begab; dieſes Unglück war das Stranden ſeines Schiffes vor Oſtende.


