Mitgefühle des ohnehin theilnehmenden Rauchers reichte ich ihm ſchweigend meine Streichfeuerbüchſe. Er nahm ſie mit einem verbind⸗ lichen Worte und gab ſie dankend zurück.
Hatte er geſehen, daß ich Franzöſiſches las und mich für einen Franzoſen gehalten oder war er ſelber ein Glied der„großen Nation“— kurz ſeine Worte waren franzöſiſch, aber mit einer auffallend engliſchen Färbung, ſo daß ich über ſeine Nationalität auf's Neue in Zweifel gerieth. Ich nahm indeſſen mein Buch wieder auf und er dampfte ſchweigend weiter.
Durch die kleine Gefälligkeit war indeſſen eine Brücke gebaut, wenn auch eine ſehr ſchwankende. Wie es aber zu gehen pflegt, ſo ergab ſich bald wieder eine Gelegenheit zu einem gewechſelten Worte und daraus wurden mehrere, zuletzt ein Geſpräch. In dieſem traf es ſich, daß mir ein franzöſiſches Wort deſertirt war, ohne daß ich, ſelbſt bei eifriger Verfolgung, es finden konnte.
Mich beſinnend, brach ich in die deutſchen Worte aus:„Es iſt doch abſcheulich, wie man ſo Alles vergeſſen kann!“
„Aha,“ rief er,„Sie ſprechen deutſch? Nun laſſen Sie uns deutſch reden, zumal wir wohl beide Deutſche ſind und— nehmen Sie's nicht quer!— Beide nicht zum Beſten mit dem fremden Kalbe pflügen!“
Die Folge dieſer Bemerkung war, daß wir Beide laut auf⸗ lachten und uns geſtanden, wofür wir uns gehalten hatten. Er nämlich hatte geglaubt, ich ſei ein Belgier, und wofür ich ihn gehalten, hab' ich bereits angedeutet.
„Nein, nein,“ ſagte ich lachend,„ich bin eine ehrliche deutſche Haut und will nur nach Belgien, um im Meer Hilfe gegen ein Leiden zu ſuchen.“
„Alſo nach Oſtende oder Blankenberghe?“ fragte er raſch einfallend.
„Nach Oſtende!“ bemerkte ich.
„Das iſt ja ſchön,“ ſagte er;„denn ich will auch dahin und zu gleichem Zweck. Auch ich bin Deutſcher; habe aber lange unter der Sonne der Antillen gelebt, daher mein fremdländiſches Aus⸗


