Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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dann legte ich mich nieder und ſchlief bald ein; aber ein ſeltſamer Traum beſchäftigte mich. Ich war in einer ſchönen Kirche und mein lieber, ſeliger Vater ſaß auf der Orgel und ſpielte herrlich. ch horchte mit ganzer Seele den wunderbaren Tönen. Da blickte er mich an und winkte mir. Ich ging zu ihm an die Orgel. Komm', ſagte er liebreich, ſetze dich nieder und ſpiele! Und vor mir ſtand das Choralbuch aufgeſchlagen und die Melodie:Was Gott thut, das iſt wohlgethan. Und ich griff freudig in die Klaviatur und ſpielte die Melodie. Da erwachte ich. Es war heller Tag.

Ich ſtand auf, ſetzte mich nieder und ſchrieb dem Kirchen⸗ vorſtand in Mannheim, daß ich die Stelle annehme.

So wohl war mir lange nicht zu Muthe geweſen. Es war Friede in meiner Seele, denn ich ſah den Traum als eine neue Weiſung Gottes an, die Stelle anzunehmen, die mir ohnehin wie eine Fügung Gottes da entgegengebracht wurde, als ich hoffnungslos und troſtlos daſtand.

Nie ſchmeckte mir mein Frühſtück beſſer, als heute; nie ging ich fröhlicher an die Arbeit. Vorher aber ſchrieb ich Alles Mariechen, und Nöthlich's Peterchen brachte mir die Antwort zurück, die nur aus den Worten beſtand:Was Gott thut, das iſt wohlgethan, dabei will ich verbleiben!

Ganz unerwartet kam am Mittag des Kirchenraths Bote, der mich zu dem Kirchenrathe H.. beſchied.

Was mag der wollen? ich mich verwundert, zog meinen beſten Rock an und ging hin.

Der Herr ſah ſehr finſter drein. Setzen Sie ſich, Herr Candidat, ſagte er, denn ich habe ein ernſtes und nachdrückliches Wort mit Ihnen zu reden. Ich that, wie er geboten, und er hob an: Es iſt eine Mähr zu Ohren des hochwürdigen Kirchenraths gedrungen, die ihn mit gerechtem Unwillen gegen Sie erfüllt hat. Man hat uns geſtern durch einen Eilboten von Mannheim berichtet, daß Sie geſonnen ſeien, die Organiſtenſtelle anzunehmen, die der dortige Kirchenvorſtand zu beſetzen hat. Wir hoffen, daß es bloß ein blinder Lärm iſt.