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wunderbar hervorquollen. Dann ging ich in die Melodie über und leitete den Geſang. Beim Schluſſe deſſelben blieb ich in der Melodie, und ſchloß, indem ich ſie leiſe verhallen ließ.
„Der Kaufmann, der neben mir ſtand, preßte meine Hand in die ſeine. Er hatte Thränen in den Augen. Daß ich es
kurz mache, der Kaufmann führte mich nach dem Gottesdienſt
in die Sacriſtei. Dort waren die Geiſtlichen und die übrigen Vorſteher verſammelt. Alle beſtürmten mich, die Stelle anzu⸗ nehmen, und verſprachen eine Vermehrung der Beſoldung von hundert Gulden für meine Lebenszeit, wenn ich bei ihnen bliebe.
„Mein Herz ſchlug heftig. Ich kämpfte einen heißen, innern Kampf. Einem mit Liebe gewählten Berufe zu entſagen und in eine andere Bahn einzulenken, iſt ſchwer. Ich bat mir vierzehn Tage Bedenkzeit aus und reiſte noch vor Tiſche ab, weil es mich drängte, Mariechen Alles zur Entſcheidung vorzulegen.
„Ich kam gen Heidelberg mit ſchwerem Herzen. Noch am Abend eilte ich zu ihr, Alles ihr mitzutheilen.
„Ich ahnete nicht, daß meine Bewerbung um die Organiſten⸗ ſtelle ſo ſchnell dem hohen Kirchenrathe zur Kenntniß gekommen und allerdings im Schvoße deſſelben einen Sturm hervorgerufen hatte.
„Daß ich dem geiſtlichen Amt untreu werden und eine unter⸗ geordnete Stelle annehmen wollte, weil ſie mich hatten viele Jahre darben laſſen, ohne mir ein Amt zu geben, das mußte Aufſehen erregen, mußte harte Urtheile hervorrufen, mußte den allgemeinen Unwillen gegen den Kirchenrath aufſtacheln und konnte möglicher Weiſe zu den Ohren des Kurfürſten kommen.
„Die Herren waren zu klug, um nicht die Gefahr und die unabweisbaren Nachtheile zu erkennen, die ihnen drohten. Es galt ihnen, Alles aufzubieten, den Sturm zu beſchwören. Selbſt in ihrer Mitte wurden Stimmen laut, die das Verfahren mit
gerechtem Unwillen tadelten und die wurden betroffen, deren Thun am unlauterſten in der Beſetzungsweiſe der Imter hervorgetreten war. Es gingen Brieflein von Einem zum Anderen und auf den folgenden Tag wurde eine Sitzung und Berathung anberaumt, die Mittel ſuchen ſollte, dem drohenden übel zu begegnen. Das


