Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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ihm ſehr geliebten Meiſter, er wolle, da ſeine Lehrzeit zu Ende ſei, nun auch keine Stunde länger daheim bleiben. Er möge ihm doch den Lehrbrief ſchreiben. Nächſten Montag wünſche er von dannen zu ziehen. Der Meiſter ſprach ſein Bedauern aus, daß er ſo ſehr damit eile.

Gabriel aber verhehlte es nicht, daß er nun, wo ſeine Freunde fort ſeien, hier ſich nicht mehr geheuer fühle, und ſagte es dem Meiſter auch ohne Hehl, daß ſie ſich verabredet hätten, es ſo zu machen.

Der Meiſter verſprach den Lehrbrief und Gabriel ſetzte, wie immer, ſtille ſeine Arbeit fort.

Röschen aber ſaß drüben am Fenſter und die Nadel ruhte, weil andere Gedanken ihre Seele beſchäftigten.

Wie kam er denn zu dem Tone? fragte ſie. Nun, fuhr ſie in ihrem leiſen Selbſtgeſpräche fort, es war auch eine dumme Rede von mir, recht dumm! Und ich hab's auch ſo gleichgiltig ihm geſagt, ohne eigentlich Etwas dabei zu denken. Es geht Einem einmal ſo, und er hätte auch nicht gleich es ſo ſpitzig zu nehmen brauchen. Es iſt garſtig von ihm!—

Freilich, fuhr ſie nach einigen Augenblicken fort, mußte es ihn verdrießen, daß ich zu ihm das Wort ſagte, als er von ſeinem Fortgehen ſprach. Da hätt' ich ihm wohl etwas Anderes ſagen können und müſſen.— Wahrhaftig!— Sie ſann.— Ehrlich geſtanden, ſprach ſie weiter, bin ich daran Schuld, und übel nehmen kann ich's ihm nicht. Ich muß es wieder gut machen! Er verdient's. S iſt doch ein lieber— guter— und — hübſcher Junge—! Und bei dem Worte blickte ſie zufällig in den Spiegel und ſah, daß ſie roth wurde. Wie einfältig! rief ſie. Roth werden, weil's ein hübſcher Junge iſt!— S iſt ja doch wahr, und noch geſtern ſagte Merkel's Annchen, er gefiel ihr am Beſten vom Kleeblatte!— Mag's ſein!— Mit dem Worte ſchloß ſie, aber ſie fühlte dennoch ihr Unrecht und nahm es ſich vor, heute Abend, wenn er ſich zu ihnen auf die Bank ſetz, wie er's alle Abende that, recht freundlich und herzlich zu ſein, weil das Sprichwort ſage:„Ende gut, Alles ßut⸗

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