ſeines ſchlechten Meiſters wegen? Dummes Bubenzeug! Ihr kennt die Welt nicht. Steckt's auf!“
„Dein Vater hat da gewiß Recht,“ ſagte Gabriel, der ſich allerwege durch Beſonnenheit auszeichnete.„Nehme ich an, ihr Beide fändet irgendwo gute Arbeit und ich keine; wie könnt' ich Euch zumuthen, um meinetwillen die Arbeit fahren zu laſſen? So ſchön es auch iſt, Joſeph, es geht nicht.
„Ich hab' mir's anders ausgediftelt. Wenn wir überall zuſammenſein könnten, und es ginge ſchon, ſo wär's doch Nichts. Wir ſähen überall daſſelbe und wenn wir einmal als Meiſter die Nachbarſchaft„Vierhauſen“ ausmachten und da Abends oder Sonntags Mittags zuſammen auf Dobel's Bank ſäßen, ſo könnten wir nur daſſelbe erzählen und vor Langweile käm' uns das Gähnen. Nein, Jeder zieht eine andere Straße, und zwar Einer nach Cöln, Einer nach Mainz und Einer muß ins Reich, ſo nach Frankfurt oder daherum. Wir wandern, wohin es uns gefällt, aber eine Erzpläfir hab' ich mir ausgedacht; nach zweien Jahren nämlich machen wir uns verbindlich, uns in einer Stadt, wo's auch ſein mag, wiederzufinden. Denkt's Euch einmal!“
„Das iſt prächtig!“ riefen die Beiden aus.
„Wenn's Euch denn ſo recht iſt, ſo geh' ich noch weiter und ſchlag Euch vor, damit's Keinem Leid macht, wohin er etwa ziehen möchte nicht hinzukommen, und wir am Ende uns nicht einigen können; wir wollen looſen. Das Löos fällt, wie der Herr will.“
„So iſt's recht!“ riefen die Zweie.—
„Aber,“ ſagte Gerhard, der aufgeſtanden war und einige dürre Grashalme gerupft hatte, und eben daran war, ſie in dreifacher Abſtufung zu ſchneiden; wie das Loos fällt, ſo muß es pünktlich gehalten werden, das bedinge ich mir aus.“
Die beiden Anderen gaben nun ihr Wort darauf und Gerhard hielt die Looſe hin und ſagte:
„Hört Ihr's, wer das Kleinſte zieht, muß den Rhein hinunter, wer das Mittlere zieht, den Rhein hinauf, und wer das Längſte bekommt, muß ins Reich.


