Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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entſetzliche Tollpatſche ſind. Daß ſie das ungerne geſehen, konnte nicht behauptet werden, aber zur eigentlichen Liebe kam's doch nicht, höchſtens verglich ſie die Dreie einmal mit einander, um zu wiſſen, welcher der Schönſte von ihnen ſei; aber damit kam ſie doch nicht ins Klare. Ob ſie ſpäter ins Klare kam, das war ſchwer zu errathen. Endlich kam das Jahr 1845, wo denn Aller Lehrzeit ein Ende hatte und ſie, wie es die Väter wünſchten, auf die Wander⸗ ſchaft gehen ſollten.

Es war ein ſchöner Frühlingsſonntag, der ſiebente März ſelbigen Jahres. Sie waren auf das„Spitzköpfchen“ gegangen unter den lieben alten Birnbaum, deſſen Blüthenknospen ſchwollen. Sie waren alle Dreie ſo ſtill und wehmüthig, als ſie den ſchmalen Bergpfad hinauf klommen. Das Scheiden und Meiden, das einem deutſchen Herzen viel weher thut, als einem anderen, lag auf ihnen

wie eine recht ſchwere Laſt und Keiner wollte es doch dem Anderen

ſagen, weil er ſich ſchämte, weich zu erſcheinen. Als ſie nun

da oben ſaßen, preßte es dem Joſeph ſchier das Herz ab, daß

Keiner von der rechten Farbe reden wollte. Er platzte endlich heraus und bezwang ritterlich das Gefühl, welches ihn über⸗ wältigen wollte.

„Nun geht's bald ans Scheiden, Ihr Brüder,“ ſagte er. „Das wudd uns ſchwer werden! Ich hab' mir's ſo ausgedacht, es wäre doch ſchön, wenn wir, die wir uns ſo an einander gewöhnt haben und ſo treue Kameraden ſind, auch zuſammen fortgingen und draußen überall bei einander blieben, ſo nämlich, daß wenn von uns Einer keine Arbeit kriegte, wir Anderen auch keine in ſelbiger Stadt nähmen.“

„Das ſagte ich auch zu meinem Vater,“ erwiederte darauf Gerhard.„Ihr wißt, der iſt viel gereiſt. Wißt Ihr, was er ſagte: Dummes Zeug! ſagte er. Das könnt Ihr nicht ausführen, und es geht auf die Dauer nicht. Geſetzt du bekämſt gute und lehrhafte Arbeit und die beiden Anderen auch; aber der Eine hätte zufüllig einen ſchlechten Meiſter, mit dem nicht zu leben wäre; ſoll der ſich todt ärgern deinetwegen? Sollſt du die gute Stelle verlaſſen