Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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große Zahnlücke, und die füllten Gärten aus. Es ging eine Sage, daß 1689, als die Franzoſen das Städtlein, ſo damals pfälziſch ſoll geweſen ſein, anzündeten, an dieſer Stelle die Häuſer weg⸗ brannten. Am Ende dieſer Zahnlücke, oben gegen den Berg ſtanden enggedrängt wieder kleine Häuſer auf beiden Seiten, deren Bewohner aber mit den vier Haushaltungen da unten wenig nachbarliche Gemeinſchaft hatten. Deſto mehr aber hatten dieſe ſie unter⸗ einander. Es war auch ein ganz ander Volk da droben, wie über⸗ haupt in der ganzen Ober⸗ oder Berggaſſe.

Wenn ſie ſich da droben als einmal aus dem Fundamente hänſelten und kappelten, erſt piano, dann forte und endlich forlissimo und mitunter pinzicato, wie Meiſter Riffel ſagte, der ein Muſikus und unter den Stadtpfeifern war, zuerſt die Frauen mit ſtechender Zunge, und dann als getrene Reſerve die Männer ins Vorder⸗ treffen rückten, wie Lichtenauer ſagte, der bei den Huſaren Anno 1813 gedient, ſo herrſchte zu„Vierhauſen,“ wie man ſpottweiſe die vier Häuſer nannte, wegen ihres getreuen Zuſammenhaltens, ein ewiger Friede, nicht wie ihn die Könige ſchließen, bis zum nächſten Krieg, ſondern ein wirklicher.

Aus dreien dieſer Häuſer ſtammten die drei Wanderburſche, welche dazumal der Doctor Zipſel auf der Düne belauſchte, und von denen ich erzählen wollte.

Der Winzer Rechtling am Brunneneck hatte mehrere Kinder. Er ſagte daher, als der Gabriel, ſein Alteſter, confirmirt war, zu ſeiner Frau: Margareth, für Zweie reicht das Gut nicht aus. Dem Elias bleibt, wie billig, das Haus, wenn wi ſterben; er kann Wingartsmann werden, wie ich; der Gabriel muß aber ein Handwerk lernen. Nun hat der Meiſter Dobel drüben ein gut Geſchäft. Der Bub wär unter unſern Augen, bliebe an unſerm Tiſch und es koſtete wenig Lehrgeld. Wie meinſt du? Ihr war's ſchon recht und Meiſter Se nahm den braven Jungen gern.

Der Schmied Lichtenauer hatte nur Ein Kind, alſo wurde der ſtarke Gerhard Schmied und blieb bei ſeinem Vater. Riffel's