Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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Dreie ſo hätten verabreden wollen. Wer nämlich in dem alters⸗ grauen Rheinſtädtlein die Rheingaſſe von Nord gen Süd durch⸗ wandert bis an die ſüdliche Stadtmauer, die unten mit dem Wendelsthore gegen den Rhein endet, und ſich rechts, an dem Zieh⸗ brunnen um die Ecke ſchlägt, der ſteht in der Wendelsgaſſe, die gegen den Berg läuft. Bleibt er an der Ecke ſtehen, und ſieht ſich um, ſo erblickt er vier ganz ſtattliche Bürgerhäuſer, mit alten, ſpitzen Giebeln aus Holz gebaut und die Jahrzahl des einen über

der Hausthüre zeigt 1507. Das mag der Geburtsſchein auch für

die drei Anderen ſein, denen er fehlt, denn ihre Bauart iſt dem von 1507 gleich, wie ein Ei dem anderen. Die Balken ſind hochroth angeſtrichen mit einem ſchwarzen Einfaſſungsſtreifen und die Gefach⸗ ſpiegel weiß, aber nicht von heute und geſtern, ſondern es mag auch von 1507 ſein, und nur, wo der Kalkbewurf vom Gefachlehm ſich einmal gelöſt hatte, mag die ſorgſam erhaltende Hand ſpäterer Inſaſſen erneuernd, im Einklange mit der erſten Färbung, nach⸗ geholfen haben. Zedes dieſer Häuſer trägt einen alten Spruch in die Pette des erſten Geſchoſſes vom Zimmermanne künſtlich, wenn auch nicht eben orthographiſch richtig, eingehauen.

Das erſte an der Ecke rechts, wo der Winzer Rechtling wohnt, zeigt folgende Worte:„Ich ſteh' in Gottes Hand; er behüth' mich vor Waſſer und Brand.“ Das gegenüber, wo der Klempner

Dobel wohnt, trägt die Schrift:„Wie Gott will, ſo halt' ich ſtill; er wird's in allen Sachen wohl mit mir machen“ Das Haus neben Rechtling's, wo der Schmid Lichtenauer wohnt, hatte den Spruch„Erbaut bin ich, doch ſteh' ich feſt, wenn Gottes Schutz

mich nie verläßt,“ und das neben dem Blechſchmied Dobel bekannte: „Das iſt das Fundament am Haus, wenn Gott hier gehet ein und aus.“ Darin wohnte der Schneider Riffel.

Wenn der Geiſt, der aus ſolchen Reimlein ſprach, in den Hänſern allezeit wohnte, ſo ſtand's gut um ſie und ihr Fundament. Damals, als aus dreien die Buben in die Fremde gingen, konnte man ſagen, die Bewohner waren ihm nicht fremd oder entfremdet.

Oberhalb dieſer vier Häuſer war in der Wendelsgaſſe eine