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Da ſank das junge Weib auf ihre Kniee nieder und betete laut:„Herr, Herr, ſegne den milden Herrn mit deinem beſten Segen und den Ritter, der mir ſolches Glück erwirkt!“ Dann
ſchwieg die betende Lippe, aber ſie bewegte ſich leiſe, und ein Strom von Thränen begleitete ihr Gebet.
Und wie aus einem Traum erwachend ſprang ſie auf, und küßte Rudolf's und ſeiner Gattin Hände.„O, Ihr habt reich, mehr als reich vergolten,“ ſagte ſie;„aber jetzt muß ich fort. Es
duldet mich nicht mehr hier. Jede Minute iſt eine verlorene für
Heinz. Ach, wie wird er ſtaunen, wie wird er Euch und den Herrn Kurfürſten ſegnen!“
Vergebens redeten die Gatten ihr zu, nur noch einen Tag zu weilen. Sie eilte beflügelten Schrittes hinweg, dem geliebten Gatten die Freudenbotſchaft zu bringen.
Und als ſie unter dem heißeſten Danke geſchieden war und unter den innigſten Segenswünſchen, da ſagte die Edelfrau zu ihrem Gatten:„Ach, wie ſelig iſt das Verzeihen, und wie belohnend Böſes mit Gutem zu vergelten!“
Als im darauf folgenden Jahre Nußdorfer Kirchweih war, da ſaßen Heinz, ſein Weib und ſeine Kinder in ihrer Wohnſtube, und gedachten mit tiefem Weh, was einſt dieſer Tag ihnen und ſo Vielen Unheil und Verderben gebracht.“
„O meine Elsbeth,“ ſagte der wackere Bauersmann,„wir wollen alle Tage beten, daß niemals mehr ſolch ein Gelüſten die Pfälzer heimſuche, und unſere Kinder wollen wir beten lehren: „Führe uns nicht in Verſuchung!“
Da trabten Pferde vor ihrem Haus. Und als ſie zu den
Fenſtern liefen, erblickten ſie den Ritter Rudolf und ſein Gemahl
und ſeine Kinder. Heinz eilte hinaus, den Bügel zu halten; dann ſagte er, ſich
vor den vornehmen Gäſten neigend:„Ihr erweiſet mir große Ehre,


